Tschernobyl 1986 – Krümmel 2010?

Mit einer spektakulären Aktion weisen Greenpeace Gruppen aus NRW auf die Gefahr von Atomkraftwerken hin.

Themengebiet:
Energiewende
  • Tschernobyl 1986
  • /

Münster, 22.07.2009: In Münster, Bielefeld, Dortmund, Essen, Düsseldorf und Aachen prägen 210 gelbe Atomfässchen das Stadtbild. Mit der Aufstellung der Fässer weisen die örtlichen Greenpeace-Gruppen symbolisch auf die Gefahr hin, die von jedem einzelnen der 210 weltweiten Atomkraftwerke ausgeht. Als Standorte wurden Ausfallstraßen und publikumsstarke Plätze wie zum Beispiel das Rathaus des westfälischen Friedens und der Lambertikirchplatz gewählt. Ziel der Aktion ist es, kurz vor der bevorstehenden Bundestagswahl das Problembewusstsein der Wähler zu stärken und auf die Risiken von Störfällen sowie das nach wie vor ungelöste Problem der Endlagerung aufmerksam zu machen.

Bis heute zählte Greenpeace alleine bei den 17 in Deutschland betriebenen AKW rund 5700 Störfälle. „Die meisten davon dringen erst gar nicht an die Öffentlichkeit und es wird eine vermeintliche Sicherheit vorgetäuscht – das ist ein Skandal“, so Heiko Wischnewski, Greenpeace Aktivist der Gruppe Münster. Der größte Störfall weltweit war der von Tschernobyl im April 1986. Das Ausmaß seiner Folgen ist bis heute unklar, denn atomare Verseuchung kennt keine Grenzen.

Der jüngste Zwischenfall im Pannenreaktor Krümmel zeigt einmal mehr: Atomkraft ist nicht sicher! „Auch in deutschen Kernkraftwerken ist ein solcher Unfall wie der in Tschernobyl jederzeit möglich. Die Folgen wären dramatisch. Dennoch möchte die CDU die Laufzeit von Kernkraftwerken in Deutschland entgegen dem Atomkonsens erneut verlängern“, erklärt Wischnewski. Die Laufzeitverlängerungen bei alten Atommeilern erhöhen aber nicht nur das Risiko eines nuklearen Unfalls, sondern auch die Menge an hochradioaktivem Müll. „Jedes Jahr entstehen in den deutschen Atomkraftwerken rund 400 Tonnen abgebrannte Brennelemente. Was mit diesem über Jahrtausende strahlenden Abfall passieren soll, weiß bis heute niemand. Greenpeace fordert daher die sofortige Abschaltung der 7 ältesten Kernkraftwerke in Deutschland und den Atomausstieg bis 2014“, fasst Wischnewski zusammen.

Seinen privaten Atomausstieg kann jeder mit einem Wechsel zu einem unabhängigen Ökostromanbieter vollziehen. Informationen hierzu gibt es z.B. im Internet unter „Atomausstieg selber machen“. Die Position aller Fässer ist bei „Google Maps“ zu finden.

Pressebilder