Steine für den Meeresschutz

Greenpeace informiert über die aktuelle Kampagne zum Schutz von Meeresgebieten

Themengebiet:
Meere
  • Findling für ein Meeresgebiet
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Münster, 29.08.2011 – Aktivisten von Greenpeace Münster stellen heute von 14-18 Uhr einen großen Felsbrocken vor dem Stadthaus I aus und laden Meeresschützer ein, vor Ort auf dem Naturstein zu unterschreiben. Die Bürger können sich dadurch für die Einrichtung von Schutzgebieten stark machen. Diese und weitere Natursteine werden von Greenpeace-Aktivisten im Sylter Außenriff versenkt, um das dortige Meeresgebiet gegen zerstörerische Grundschleppnetz-Fischerei zu schützen. Die Besucher können sich vor Ort über die Situation der Fischbestände in den Meeren informieren und die Forderung an die Regierung unterstützen, Meeresschutzgebiete einzurichten. Mit den in Münster und anderen Städten präsentierten Steinen, die mit dem Greenpeace-Schiff Beluga II schließlich vor der Sylter Außenküste ins Meer geworfen werden, können Schleppnetze behindert und natürliche Riffe geschaffen werden.

Fischerei zerstört das Sylter Außenriff

Mit großen tonnenschweren Steinen hatte Greenpeace bereits Anfang August einen Teil des Sylter Außenriffs vor zerstörerischer Fischerei geschützt, denn der Schutzstatus existiert leider vor allem auf dem Papier: Obwohl das Riff schon seit 2004 als Schutzgebiet ausgewiesen ist, bringen Fischer dort ihre Stell- und Schleppnetze aus. In den Stellnetzen ertrinken die Schweinswale und bei der Grundschleppnetzfischerei auf Krabben und Plattfische wie Scholle und Seezunge landen auch alle anderen auf dem Meeresboden lebenden Tiere in den Maschen der Netze, die als toter Beifang wieder über Bord gekippt werden. „Unsere Natursteine schützen das Gebiet wirksam vor Schleppnetzfischerei, Sandund Kiesabbau“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. Die aktuell vorliegenden Pläne der Bundesregierung sehen für diese Abschnitte des Sylter Außenriffes hingegen überhaupt keine Schutzmaßnahmen vor. Die Europäische Fischereipolitik (GFP) soll bis Ende 2012 reformiert werden. Und da die Bundesregierung untätig ist, fordert Greenpeace den Abbau der überkapazitäten in der Fischfangflotte, wissenschaftsbasierte Fangquoten und die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete; in denen keine Fischerei stattfindet. Denn nur so können sich die überfischten Bestände erholen und ein langfristiges überleben des Fischereisektors gewährleistet werden.