Sackgasse Atomenergie

23 Jahre nach Tschernobyl: Greenpeace informiert über die Notwendigkeit des Atomausstiegs

Themengebiet:
Energiewende
  • Greenpeaceaktivisten machen auf die Konsequenzen eines Super-GAUs aufmerksam
  • Kurz vor Explosion stehender AKW
  • Atomausstieg jetzt!
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Münster 25.4.2009 – Zum 23. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl machen Greenpeaceaktivisten auf dem Hindenburgplatz und vor dem Friedenssaal auf die Konsequenzen eines Super-GAUs aufmerksam. Unter den lauten Geräuschen eines Geigerzählers bricht ein nachgebildetes Atomkraftwerk qualmend auseinander. Passanten fallen zu Boden und werden von Aktivisten in Schutzanzügen und Atemmasken mit weißen Tüchern bedeckt.

„Die Folgen eines Super-GAU sind für Menschen und Umwelt katastrophal. Radioaktive Stoffe lösen tödliche Krankheiten aus. Wegen der Strahlenbelastung nach Tschernobyl können große Flächen Land und Wald nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden“, betont Christoph Sievers von Greenpeace Münster, Experte zum Thema Energie. „Die Nachwirkungen des Unfalls in Tschernobyl sind noch heute zu spüren. Deswegen muss der Einsatz von Atomenergie beendet werden.“

Der Unfall in Tschernobyl ist kein Einzelfall. Durch schwere Störfälle wurden unter anderem in Großbritannien, Schweden, Ungarn und Frankreich radioaktives Material freigesetzt. Und auch in Deutschland wurden allein im besonders fehleranfälligen Atomkraftwerke in Brünsbüttel drei Störfälle bekannt.

Eine Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), die im Auftrag von Greenpeace stattfand, belegt, dass die Energiekonzerne RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW den Ausbau der Erneuerbaren Energien vernachlässigen und vorrangig auf Atom- und Kohlestrom setzen. Trotz Energie- und Klimakrise liegt der Anteil aus Wind, Biomasse, Erdwärme und Solarstrom ohne alte Wasserkraftanlagen am Kraftwerksmix der vier Stromriesen derzeit nur bei 0,1 bis 1,7 Prozent.

Greenpeace fordert den sofortigen Atomausstieg auf globaler Ebene. Umweltfreundliche und ökologisch nachhaltige Alternativen müssen ausgebaut werden. Erneuerbare Energien reduzieren Klimaschäden, sichern dauerhaft bezahlbare Energie und schaffen Beschäftigung. Seinen privaten Atomausstieg kann jeder durch den Wechsel zu einem Ökostromanbieter (z.B. Greenpeace Energy) realisieren.