Nächste Haltestelle: Zwischenlager

Greenpeace Münster macht auf Atommülltransport nach Gorleben aufmerksam

Themengebiet:
Energiewende
  • Inszenierung eines Castortransports im Bus
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Münster, 06.11.08 – Da, wo sonst ein Kinderwagen, ein Rollator oder ein Rad abgestellt wird, lagert nun auch ein strahlend gelbes Metallfass. Das schwarze Atomzeichen prangt darauf. Eine Aufschrift erklärt: „Der Castor rollt wieder.“ Zwei Aktivisten bewachen das Fass. Sie tragen weiße Anzüge und einen Mundschutz. Mit dieser Aktion macht Greenpeace Münster auf den kommenden Castortransport aufmerksam. Um den 10. November wird der hochradioaktive Müll im Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben ankommen. Greenpeace Münster fordert die Regierung auf Gorleben als Endlager aufzugeben und nach sicheren Alternativen zu suchen.

„Gorleben ist kein sicheres Endlager und trotzdem wird seid Jahren Atommüll dorthin transportiert“, empört sich Hendrik Behrens, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Energie von Greenpeace Münster, während der Stadtbus mit seiner gelben Fracht am Hauptbahnhof hält. „Würde der Salzstock in Gorleben zum Endlager, können radioaktive Stoffe in unsere Umwelt gelangen. Einmal in der Umwelt, können wir radioaktive Stoffe nicht mehr raus bekommen. Ich möchte dann nicht in Gorleben wohnen.“, sagt Behrens weiter, während neue Fahrgäste verwundert auf das seltsame Transportgut starren.

Seid 1995 schon gibt es in Gorleben ein oberirdisches Zwischenlager. Hier wird der hochradioaktive Müll gelagert, bis er irgendwann einmal seinen endgültigen Platz in einem Endlager findet. Gorleben jedoch darf dies nicht sein. Durch die sogenannte Gorlebener Rinne können Radionuklide ins Grundwasser gelangen. Außerdem gibt es in dem ehemaligen Salzbergwerg Laugennester. Diese enhalten extrem aggressive Lauge, die die Atommüll-Behälter zerfressen kann. So könnten auch hier Radionuklide ausstreten.

„Mit unserer Aktion zeigen wir den Münsteranern auch, dass dieser Müll durch ihren täglichen Stromverbrauch mitverursacht wird. Die Lampe vor der Haustür, der Wasserkocher in der Küche oder im Büro – oft steckt Atomstrom hinter einer Tasse Tee“, sagt Behrens „Dabei vergessen viele, dass am Ende der so genannten sauberen Atomkraft ein riesengroßer Berg hochradioaktiver Müll steht. Alleine in Deutschland werden davon jährlich 400 Tonnen produziert und keiner weiß wohin damit. Auch deswegen ist es wichtig, dass unsere Politiker am Atomausstieg festhalten.“ Den Atomausstieg selber machen könne jeder schon für sich privat, betont Behrens: „Einfach auf Ökostrom umsteigen!“