Münsters Bäume in Flammen

Aktion gegen die Brandrodung in Amazonien

Themengebiet:
Wälder
  • „Brennende“ Promenade
  • Aktivist informiert über Brandrodung in Amazonien
  • Straßentheater über Brandrodung des Amazonas-Regenwalds zum Anbau von Sojabohnen
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Münster, 09.12.2006 – Mitglieder von Greenpeace Münster demonstrieren heute in Münster gegen die Abholzung des Amazonasregenwaldes. Unter dem Motto „Amazonien brennt für unser Essen“ verkleiden die Aktivisten über 100 Bäume an der Promenade mit Postern im Flammenmotiv. Damit protestieren sie gegen die fortschreitende Brandrodung des Amazonas-Regenwaldes zum Anbau von Sojabohnen. Die nach Europa exportierte Soja dient hier als billiges Futter für Masttiere wie Schweine, Rinder oder Hühner. Gleichzeitig machen sie in der Innenstadt mit Straßentheater und einem Infostand auf das Problem aufmerksam.

„Mich regt auf, dass Menschen nicht darüber nachdenken, woher ihr halbes Hähnchen auf dem Teller kommt. Für unseren Wohlstand wird das Ökosystem in der Amazonas-Region vernichtet“, sagt Angela Bühs, Urwald-Expertin von Greenpeace Münster. „International agierende Agrarkonzerne kaufen immer wieder Soja von Farmern, die an illegaler Landaneignung, Rodung und Sklaverei beteiligt sind. Die Menschenrechte werden mit Füßen getreten und die Tiere werden einfach mit dem Urwald vernichtet. Menschen und Tiere sind in ihrer Existenz und ihrem Leben bedroht – das können wir nicht zulassen.“

In Brasilien wurden im Jahr 2006 pro Tag etwa 6700 Fußballfelder Urwald gerodet. Der Amazonas-Regenwald ist der größte tropische Urwald der Erde. Er ist nicht nur Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen; sondern er reguliert das Klima, reinigt die Luft, filtert Wasser und verhindert Erosion. Doch wo einst dichtes Grün wucherte, erstrecken sich jetzt riesige Soja-Felder von oft mehreren tausend Hektar Größe. Soja wird als Tierfutter für Geflügel, Schweine oder Kühe nach Europa exportiert. Der große Appetit auf billiges Fleisch ist mitverantwortlich für die Zerstörung des Regenwaldes und die Verletzung der Menschenrechte in Amazonien.

Trotz eines im Sommer von großen Agrarfirmen verkündeten Moratoriums für brasilianische Urwald-Soja geht die illegale Rodung des Amazonasregenwaldes an vielen Stellen weiter. Auch ein jüngst eingerichtetes Schutzgebiet in Amazonien erstreckt sich nicht über die stark gefährdeten Gebiete.

Pressebilder