Klimschutz geht anders!

Themengebiet:
Energiewende

Münster, den 24.10.2007: „Jetzt können sie das ‚umweltfreundlich‘ aus der Satzung streichen!“, sagt Sabine Baumkötter, Pressesprecherin von Greenpeace Münster, enttäuscht zu der soeben bekanntgewordenen Entscheidung: Der Rat der Stadt Münster stimmte soeben für eine Beteiligung der Stadtwerke Münster an dem von RWE geplanten Steinkohlekraftwerk in Hamm.

Momentan kaufen die Stadtwerke ca. 54 Prozent ihres Stroms an der Strombörse, während sie die restlichen rund 46 Prozent mit eigenen meist umweltfreundlichen Anlangen produzieren. Münster wurde auch deshalb zur Klimahauptstadt gewählt.

Laut Stadtwerken soll durch die Beteiligung eine Abhängigkeit von den unstabilen Preisen der Strombörse erreicht werden. Die Wirtschaftlichkeit werde so verbessert. Dennoch sehen Sie sich als umweltfreundliches Unternehmen. Das Kraftwerk in Hamm würde sogar CO2 einsparen. Mit diesen Argumenten versuchen die Stadtwerke ihre Entscheidung zu rechtfertigen.

Tatsache ist, dass die Investitionslage für Kohlekraftwerke nicht als gesichert gesehen werden kann. Dies gibt selbst RWE zu. Nicht umsonst wünscht RWE eine Beteiligung von Stadtwerken an dem Kraftwerk in Hamm. Eine langfristig verbesserte Wirtschaftlichkeit ist also fraglich. So berichtete die MZ, dass die Beteiligung die Stadtwerke nicht – wie ursprünglich bekannt – 32 Millionen Euro, sondern bis zu 43 Millionen Euro kosten könnte.

Durch den Neubau von Kohlekraftwerken rückt eine deutliche CO2 Einsparung in weite Ferne. Selbst die Bundesregierung will mittlerweile eine Einsparung von 40 % CO2 bis 2020 erreichen, was dringend notwendig ist um den Klimawandel zu bremsen. Dieses Ziel ist nach Ansicht von Greenpeace mit neuen Kohlekraftwerken nicht mehr zu erreichen! Das neue Kraftwerk in Hamm hat mit 46 % zwar einen höheren Wirkungsgrad als das Alte, Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung erreichen aber sogar Wirkungsgrade von über 80 %. Doch ist eine Nutzung der Abwärme in einem Fernwärmenetz nicht geplant und wäre bei einem solch überdimensionierten Kraftwerk auch nicht in vollem Umfang möglich.

Die Beteiligung soll 20 Jahre lang dauern. Doch so viel Zeit haben wir alle nicht. Der Klimawandel steht vor der Tür: Jetzt! Er ist nichts Weitentferntes mehr, was keinen von uns betrifft. Stürme wie Kyrill lassen erahnen, was uns in Zukunft erwarten kann. Doch durch die Beteiligung der Stadtwerke an einem solchen Klimakiller, die durch die Ratsentscheidung gestern endgültig besiegelt wurde, haben nun auch die ehemals sauberen Stadtwerke einen Schritt in Richtung Klimakatastrophe getan. Sie haben gezeigt, dass sie, obwohl sie Gewinne machen, lieber in ein klimaschädliches Kraftwerk investieren, als sauber zu bleiben.

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