Klimawandel durch Holzhandel

Auch in Münster entdecken Greenpeace-Aktivisten Hölzer aus Urwaldzerstörung

Themengebiet:
Wälder
  • Tropenholz: Heiße Ware fürs Klima
  • Aktivistin begutachtet Möbel aus Tropenholz
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Münster, 01.03.08 – Der Holzhandel in Münster bietet Produkte wie Parkett und Gartenmöbel aus Tropenholz an, die zu großen Teilen aus Urwaldzerstörung stammen. Dies hat eine Recherche von Greenpeace-Aktivisten in 6 Baumärkten und Holzhandlungen der Stadt ergeben. Besonders die Firmen Bager Parkett und Teak24 verkaufen eine große Auswahl Tropenhölzer ohne glaubwürdiges Umweltzertifikat. Greenpeace-Aktivisten informierten heute in verschiedenen Märkten über die Herkunft der Hölzer und die Bedeutung der Urwälder für das globale Klima. Ein Fünftel des weltweit freigesetzten Kohlendioxids entsteht durch Waldzerstörung. Greenpeace fordert die deutschen Holzhändler auf, für den Schutz von Klima und Artenvielfalt nur noch Produkte aus ökologischer Forstwirtschaft anzubieten.

„Viele Kunden wissen nicht, dass sie die letzten Urwaldparadiese noch immer als Fußbodenbeläge und Gartenstühle angeboten bekommen“, sagt Manuel Bartels, Urwaldexperte von der Greenpeace-Gruppe Münster. „Urwaldschutz ist Klimaschutz. Die letzten Urwälder müssen endlich geschont werden. Sie sind Schatzkammern der Artenvielfalt und stabilisieren das Klima.“

Bei Bager Parket hat Greenpeace unter anderem die Tropenhölzer Merbau, Wenge und Jatoba gefunden. Diese stammen aus Urwaldregionen in Asien, West- und Zentralafrika und Mittel- und Südamerika. Bis zu 80 Prozent des Holzes wird in diesen Ländern ohne Genehmigung eingeschlagen. Nicht nur Menschen und Tiere in diesen Regionen verlieren so ihre Lebensgrundlagen. Auch die Menschen in den Industrieländern müssen mit dem Klimawandel die Konsequenzen der Urwaldvernichtung tragen.

Allein im Jahr 2006 importierte Deutschland rund 420.000 Kubikmeter tropisches Holz, rund drei Viertel davon aus illegalem Einschlag. Interessierte Verbraucher können den Fund von Urwaldhölzern in Bau- und Parkettmärkten oder Einrichtungshäusern in einer Online-Datenbank von Greenpeace eintragen (http://www.greenpeace.de/holzrecherche). Die Recherchen der Holz-Detektive sollen die Greenpeace-Forderung nach einem europäischen Urwaldschutzgesetz unterstützen. Import und Vermarktung von Urwaldholz aus illegalem Einschlag würden mit diesem Gesetz verboten.

Im Mai 2008 richtet die deutsche Bundesregierung den Urwaldgipfel der Vereinten Nationen (Convention on Biological Diversity, CBD) in Bonn aus. Greenpeace fordert von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich im Vorfeld des Gipfels für ein europäisches Urwaldschutzgesetz einzusetzen.

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  • SchaufesterbotschaftJPG |564.55 KBAktivisten machen auf die Verwendung von Tropenholz in einem Schaufenster aufmerksam