Klimaschutz ernst nehmen und Antrag umsetzen!

Greenpeace kritisiert Umgang der Stadt mit Unterschriftensammlung und Ratsantrag zum Vegetarischen Donnerstag

Themengebiet:
Klimawandel

Münster – Greenpeace Münster unterstützt den offenen Brief der Initiative „Münster isst veggie“ und fordert den Oberbürgermeister Lewe sowie die Stadtverwaltung auf, gemäß des Ratsbeschlusses vom 13.07.2011, die Initiative sach- und ordnungsgemäß zu unterstützen.
Seit Beginn unterstützte Greenpeace Münster die Bestrebungen zur Einführung eines vegetarischen Donnerstages in Münster. Da rund 18 % der weltweiten CO2-Emmissionen aus der Produktion von Fleisch stammen, stellt dies für uns einen der bedeutendsten Punkte dar, um den Klimaschutz in Deutschland zu fördern und unsere Klimaziele zu erreichen.
Daher zeigen wir uns sehr bestürzt über die mangelnde Bereitwilligkeit der Stadt, dieses Projekt zu unterstützen. 2011 sammelten die Umweltaktivisten der Greenpeace Gruppe in Münster insgesamt 1611 Unterschriften von Münsteraner Bürgern für die Einführung eines freiwilligen vegetarischen Wochentages zum Klimaschutz. Dies war für uns damals ein eindeutiges Signal der Bürgerinnen und Bürger, dass solch eine Aktion auch in Münster gefordert wird. Scheinbar wurde dieses Zeichen auch im Rat wahrgenommen, denn kurz darauf wurde die Einführung beschlossen. Die Unterschriften wurden an den Oberbürgermeister übergeben und von der Verwaltung wurde mitgeteilt durch den Ratsbeschluss sei das Anliegen erledigt. „Nun müssen wir leider feststellen, dass der bekundete Wille unterschreibenden Bürgerinnen und Bürger anscheinend bei der Verwaltung nichts zählt. Dem Beschluss des Antrages folgten keine Taten“, so Jondalar Kuß, Pressesprecher bei Greenpeace Münster.
Nun weigern sich der Oberbürgermeister und die Stadt diese Aktion trotz eines wirksamen Ratsbeschlusses ordnungsgemäß zu unterstützen. Dies lässt uns an der Wirksamkeit solcher demokratisch gefasster Beschlüsse zweifeln. Wir empfinden es als Rückschritt wenn Münster, immer wieder als eine der Klimahauptstädte Deutschlands bezeichnet, sich einem solchen Projekt verweigert, dass in vielen anderen Städten schon so erfolgreich umgesetzt wurde.
Da wir uns weiterhin neben vielen anderen Gruppen an der Initiative beteiligten, erfuhren wir selbst, wie uns die Verwaltung immer wieder im Regen stehen lies und wenig bis kein Interesse zeigte. Nach etwa einem halben Jahr erst wurde ein offizieller Ansprechpartner für uns und die Öffentlichkeit benannt, aber es wurden weiterhin keine Bestrebungen darüber hinaus gezeigt, die Initiative öffentlich und mit Einsatz zu unterstützen.
Dies ließ bereits viele Engagierte resignieren. Zum einen, da unsere Arbeit immer wieder inhaltlich ausgebremst wurde, zum anderen weil ohne Unterstützung der Stadt die Ehrenamtlichen, alle berufstätige Ehrenamtliche, kaum größere Aktionen stemmen konnten. Wir sahen uns und sehen uns bis heute nicht arbeitsfähig.
Daher fordern wird Herrn Lewe und die Stadtverwaltung auf, den Ratsbeschluss gemäß seines Inhalts umzusetzen und zu diesem demokratisch gefassten Beschluss zu stehen.