Keine neuen Kohlekraftwerke!

Das Klimabündnis „Saubere Stadtwerke Münster“ überreicht die gesammelten Unterschriften gegen die Beteiligung der Stadtwerke Münster dem Oberbürgermeister Tillmann

Themengebiet:
Energiewende

Das Aktionsbündnis „Saubere Stadtwerke“ fordert den Rat der Stadt Münster auf, der Beteiligung der Stadtwerke Münster am Neubau von Kohlekraftwerken Einhalt zu gebieten. Allermindestens der Erhöhung der Beteiligung am Kraftwerk Hamm darf der Rat aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht zustimmen.

Hintergrund

Der Klimawandel schreitet zügig voran und kann eine in ihren Ausmaßen noch kaum zu überblickende Umweltkatastrophe verursachen. Hauptveruracher des Klima- wandels ist das Treibhausgas CO2 . Doch die Stadtwerke Münster wollen sich für mindestens 20 Jahre an einem neuen Steinkohlekraftwerk in Hamm beteiligen. Allein dieses Kraftwerk wird 9,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ausstoßen.

Die Stadtwerke Münster, ein Unternehmen zu 100 % in kommunaler Hand, haben in der Vergangenheit wiederholt bewiesen, dass Ihnen Umweltschutz ein ernstes Anliegen ist. Der Bau des modernen Gas- und Dampfturbinenanlage mit Kraft-Wärme-Kopplung im Münsteraner Hafen ist sicherlich die spektakulärste unter den durchgeführten Umweltschutzmaßnahmen. Mit der Begründung, dass eine Beteiligung an den Kraftwerksprojekten die Wirtschaftlichkeit der Stadtwerke verbessern würde, soll nun mit der Tradition des konsequenten Umweltschutzes gebrochen werden und in eine Technologie investiert werden, welche das Erreichen der ge setzten Klimaschutzziele verhindert.

Die Pläne für Hamm entsprechen einem Versorgungskonzept aus den 60er Jahren: Riesige Kohlekraftwerke, die einen großen Teil der Energie nutzlos verschleudern. Nach bisherigen Plänen soll das Kraftwerk 2012 in Betrieb gehen und mindestens 30 Jahre lang laufen. Durch vertragliche Bindungen wäre die Energieversorgung für die Stadtwerke mindestens 20 Jahre festgeschrieben – CO2-vermeidende Alternativen werden verhindert.

Die Verbrennung von Kohle ist die klimaschädlichste Art, Energie zu erzeugen. Selbst modernste Steinkohlekraftwerke haben einen Wirkungsgrad von max. 45 %. Der CO2-Austoß liegt bei rund 740 g/kWh erzeugtem Strom. Zum Vergleich: Bei Gaskraftwerken entstehen pro kWh nur 370 g CO2, der Wirkungsgrad be trägt 58 %.

Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas hat in den vergangenen Jahrzehnten zu einem messbaren Anstieg des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid in der Atmosphäre geführt. Die Folge: Die Durchschnittstemperatur steigt weltweit.

Und die Erde erwärmt sich schneller als bislang vorhergesagt: Bis zum Ende des Jahrhunderts muss die Menschheit bei anhaltend hohem Klimagas-Ausstoß mit einem Hitzeschub von bis zu 6,4 Grad rechnen - begleitet von Stürmen, Dürren, Überschwemmungen, Hungersnöten und der Ausbreitung von Krankheiten. Zu diesem Ergebnis kamen die Klima-Experten der Vereinten Nationen auf ihrer Tagung im Februar 2007. Angesichts dieser Hiobsbotschaft gibt es keine Alternative: Innerhalb von gut zehn Jahren muss unsere Energieversorgung grundlegend umgestellt werden. Doch Politik und Energiewirtschaft halten trotzdem weiter an der Energieerzeugung mit dreckiger Kohle fest.

Mit dezentralen Blockheizkraftwerken oder modernen Gas- und Dampfturbinen- anlagen (GuD) mit Kraft-Wärme-Kopplung – lange bekannte und ausgereifte Technologien – lässt sich die Energie des eingesetzten Brennstoffs bis zu 90 Prozent nutzen. Die Erzeugung kann sehr flexibel an den Verbrauch angepasst werden und ist mit Erdgas auch besonders CO2-arm. Ferner stehen verschiedene regenerative Energien wie Windkraft und Geothermie bereit.

Auch die Stadtwerke Münster wissen, dass eine Minderung des bundesweiten CO2-Ausstoßes nicht erreichbar ist, wenn die Kohlekraftwerke in Deutschland nicht nur ersetzt, sondern ausgebaut werden. Ob die Wirtschaftlichkeit von Stromerzeugung durch Kohle auch die nächsten 20 Jahre so bleibt wie jetzt, sollte bezweifelt werden. Selbst RWE gibt zu, dass die Investitionssituation für Steinkohlekraftwerke als nicht sicher zu betrachten ist. Insbesondere die Preise für die nötigen CO2 -Zertifikate sind schwer kalkulierbar.

Aktionsbündnis „Saubere Stadtwerke“

  • Greenpeace Münster
  • attac
  • BUND
  • asta.ms
  • Umweltforum Münster e.V.

Pressetexte

  • PDF icon BriefPDF |146.23 KBBrief mit Forderung und Hintergrundinfos

    PDF icon UnterschriftenlistePDF |161.71 KBUnterschriftenliste „Stadtwerke müssen sauber bleiben!“

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