Höhere Beteiligung an Kohlekatastrophe genehmigt

Münsters Stadtrat sagt „Ja“ zur Erhöhung der Beteiligung am klimafeindlichen Kohlekraftwerk in Hamm

Themengebiet:
Energiewende

Münster 13.02.2008 – Trotz vielfachem Protest seitens Greenpeace-Münster in Verbindung mit dem Bündnis „Saubere Stadtwerke“ hat der Stadtrat soeben die Erhöhung der Beteiligung an dem geplanten Steinkohlekraftwerk in Hamm genehmigt – und damit die Beteiligung an einer extrem klimaschädlichen Energieerzeugungsart und an einem wirtschaftlichen Risiko erhöht. An dem von RWE Power geplanten Steinkohlekraftwerk in Hamm war erst nur eine Beteiligung von 25 Megawatt (MW) beschlossen worden. Diese wird nun um 10 MW erhöht.

„Das ist einfach nicht zu verstehen!“, sagt Sabine Baumkötter, Pressesprecherin von Greenpeace Münster, kopfschüttelnd. „Mit der Erhöhung der Beteiligung kehren unsere heimischen Stadtwerke dem Klimaschutz den Rücken. Nicht nur, dass eine solche Beteiligung aus Klimaschutzgründen unverantwortlich ist, auch finanziell gehen die Stadtwerke mit Blick auf die CO2-Zertifikate ein großes Risiko ein.“, so Baumkötter weiter.

Zusätzlich zu den verschiedenen Aktionen hat Greenpeace Münster auch das Gespräch mit den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Stadtwerke gesucht. So wurde bereits Mitte Dezember an jedes Aufsichtsratsmitglied eine Bitte um ein persönliches Gespräch versandt. Doch kam ein Solches leider nie zu Stande. Der Gesprächsbedarf sei gedeckt und man hätte sich schon umfassend mit dem Thema auseinander gesetzt, lauteten manche Antworten.

Diesen Eindruck kann Greenpeace Münster nicht bestätigen. Wurden doch während der gesamten Beschlussphase stets die selben, meist oberflächlichen Argumente für eine solche Beteiligung genannt. „Wir hatten uns erhofft, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates sich ihrer enormen Verantwortung bewusst sind und sich entsprechend umfassend mit den Beschlussthemen auseinandersetzen.“, so Baumkötter. „Doch scheint bei den Stadtwerken allein der scheinbare wirtschaftliche Vorteil einer Beteiligung als einziges Argument zu gelten.“

Mit dem Neubau von deutschlandweit 23 geplanten Kohlekraftwerken rückt eine deutliche CO2 Einsparung in weite Ferne. Selbst die Bundesregierung will mittlerweile eine Einsparung von 40 % CO2 bis 2020 erreichen, was dringend notwendig ist um den Klimawandel zu bremsen. Dieses Ziel ist nach Ansicht von Greenpeace mit neuen Kohlekraftwerken nicht mehr zu erreichen! Das neue Kraftwerk in Hamm hat mit 46 % zwar einen höheren Wirkungsgrad als das alte, Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung erreichen aber sogar Wirkungsgrade von über 80 %. Doch ist eine Nutzung der Abwärme in einem Fernwärmenetz nicht geplant und wäre bei einem solch überdimensionierten Kraftwerk auch kaum möglich.

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  • PDF icon HintergrundinfoPDF |50.34 KBHintergrundinfo „Beteiligungen der Stadtwerke“

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