Greenpeace Münster kennzeichnet Gen-Milchprodukte

Protest gegen Nestle und Milupa – Aktivisten verteilen neuen Ratgeber „Milch für Kinder“

Themengebiet:
Landwirtschaft
  • Aktivisten mit gekennzeichneten Gen-Milchprodukte von Nestle und Milupa
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Münster, 20. Februar 2010 – Greenpeace-Aktivisten aus Münster haben heute Gen-Milchprodukte der Hersteller Nestle und Milupa mit Aufklebern gekennzeichnet. Vor dem Einkaufszentrum in Gievenbeck an der Roxeler Straße und dem Einkaufszentrum an der Friedrich-Ebert-Straße beklebten sie Babymilchpulver mit dem Warnhinweis „Umweltgefahr – Für dieses Produkt bekommen Milchkühe Gentechnik-Futter“. Außerdem verteilten die Ehrenamtlichen einen neuen Ratgeber zu Milchprodukten für Kinder. Bundesweit protestierten heute Greenpeace-Aktivisten in 40 deutschen Städten gegen Nestle und Milupa und forderten sie auf, aus der Gen-Milch-Produktion auszusteigen.

„Der Anbau von genmanipulierten Futterpflanzen gefährdet die Artenvielfalt und erhöht den Pestizid-Einsatz in der Landwirtschaft“, sagt Karin Schulz, Gentechnik-Expertin von Greenpeace Münster. „Mit dem Kauf von Gen-Milch unterstützen Verbraucher die Verbreitung der Risiko-Gentechnologie. Gentechnikfreie Milch trägt hingegen dazu bei, Kindern eine intakte Umwelt zu hinterlassen.“

Am vergangenen Donnerstag hatte Greenpeace den neuen Ratgeber „Milch für Kinder- Einkaufsratgeber für den Genuss ohne Gentechnik“ veröffentlicht. Der Ratgeber gibt eine aktuelle Übersicht zum Einsatz von Gen-Pflanzen für Schulmilch und Babymilchprodukte. Bioprodukte werden immer ohne Gentechnik im Tierfutter hergestellt. Auch einige konventionelle Babymilchhersteller wie Hipp und Humana verarbeiten bereits Milch ohne Gen-Futter-Einsatz.

Mit 65 Prozent Marktanteil haben Nestle und Danone (Milupa) den höchsten Absatz von Babymilchpulver in Deutschland. Gegenüber Greenpeace erklärten die beiden Lebensmittelkonzerne, dass Gen-Pflanzen in der Milchviehfütterung Standard sei. Eine Umstellung sei nicht in Planung.

„Durch die fehlende Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die mit Gen-Pflanzen erzeugt wurden, ist vielen Verbrauchern nicht bewusst, dass sie mit Nestle- und Danone-Produkten vereinfacht ausgedrückt ‚Gen-Milch‘ kaufen“, sagt Schulz. „Mit den Warn-Hinweisen unterstützen wir heute den Wunsch der meisten deutschen Verbraucher nach einer besseren Information über die Herkunft ihrer Lebensmittel.“

Der Großteil der weltweit angebauten Gen-Pflanzen wie Gen-Mais und Gen-Soja landet in den Futtertrögen von Schweinen, Kühen und Hühnern. Greenpeace setzt sich gegen die ökologisch riskante Grüne Gentechnik ein. Gen-Pflanzen gefährden die Umwelt und eine gentechnikfreie, nachhaltige Landwirtschaft. Sie können sich unkontrolliert ausbreiten und bedrohen die Artenvielfalt. Im neuen Ratgeber weist Greenpeace auch darauf hin, dass die Forschung derzeit in Gen-Milch kein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher erkennt.