Greenpeace Flashmob für mehr Waldschutz

Alte Wälder bedeutsam für Klimaschutz und Biodiversität

Themengebiet:
Wälder
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Münster, 09.06.2012 – Samstag, 9.06.2012, 12.30, Ludgeristraße/Ecke Klemensstraße: Inmitten der Passanten heult plötzlich eine Kettensäge auf, ca. 70 grün-braun gekleidete Greenpeace-Aktivisten fallen um. Ein Banner mit der Aufschrift „10 % der Wälder unter Schutz – Deutschlands Urwälder von morgen“ wird vor der Kulisse des Prinzipalmarktes entrollt. Von einem Baumstumpf aus erläutert Christian Fischer, Wald-Experte von Greenpeace Münster, den Hintergrund dieser Forderung. Mit dem Flashmob wollen die Umweltschützer darauf aufmerksam machen, dass nur ein Prozent der Waldfläche in Deutschland unter Schutz steht. Erwartet werden ca. 70 Aktivisten aus Nordrhein-Westfalen. Der Flashmob wird um 13.30 Uhr wiederholt.

„Wälder sind die grünen Lungen der Erde, ohne die wir nicht leben könnten,“ sagt Fischer. Alte naturnahe Wälder spielen eine wichtige Rolle im Klimaschutz. Sie bauen mehr Biomasse auf als wirtschaftlich genutzte Forste und können deswegen mehr CO2 speichern. Darüber hinaus sind viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten auf naturnahe Wälder als Lebensraum angewiesen. „Wenn wir jetzt die alten Buchenwälder unter Schutz stellen, können sich dort die Urwälder von morgen entwickeln,“ sagt Fischer. 6.000 Tierarten, darunter Wildkatze und Schwarzstorch sind hier heimisch. Die UNESCO hat ihren Wert erkannt und fünf deutsche Buchenwaldgebiete als Weltnaturerbe ausgezeichnet.

Zwar hat die Bundesregierung in der nationalen Biodiversitätsstrategie beschlossen, bis 2020 zehn Prozent der öffentlichen und fünf Prozent der gesamten Waldfläche aus der Nutzung zu nehmen. Doch bisher gibt es noch nicht einmal Ideen für konkrete Gebiete. Greenpeace fordert daher einen Einschlagstopp für alte Laubwälder, die über 140 Jahre alt sind, bis ein bundesweites Schutzkonzept umgesetzt ist.

Mit der Buchenwaldstudie hat Greenpeace aufgezeigt, wie die nationale Biodiversitätsstrategie umgesetzt werden könnte. Nordrhein-Westfalen ist mit 0,54 % geschützter Waldfläche unter den Schlusslichtern im bundesweiten Vergleich. Es gibt nur ein Großschutzgebiet, den Nationalpark Eiffel. Die Studie benennt geeignete Gebiete für Nationalparks: Aus unserer Regio ist der Teutoburger Wald unter den Vorschlägen.

Waldschutz fängt auch beim Verbraucher an: indem wir Papier sparen, Recyclingpapier und nur langlebige Holzprodukte verwenden. Dazu wird auch ein Informationsflyer mit Verbrauchertipps verteilt.

Weiterführende Informationen zum Thema Waldschutz in Deutschland finden Sie unter:
http://www.greenpeace.de/buchenwaelder

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