Eisbär besucht Zoodirektor

Greenpeace Münster informiert über Ölbohrungen in der Arktis

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Schützt die Arktis
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Münster, 05.07.12 – Um auf die drohende Zerstörung seiner Heimat hinzuweisen, besucht der Eisbär Isbjörn Beaufort am 05. Juli Münster. Dort trifft er von 15:30 bis 16:30 Zoodirektor Jörg Adler zu einem Gespräch über den Schutz der Arktis vor Klimawandel und Ölbohrungen. Zeitgleich informieren Ehrenamtliche von Greenpeace Münster die Zoobesucher und sammeln Unterschriften.

Der Besuch ist Teil einer aktuellen weltweiten Arktiskampagne von Greenpeace. Ein als Eisbär verkleideter Aktivist bereist noch bis Ende August 36 Städte in Deutschland. Er macht auf die zunehmende Bedrohung der Arktis aufmerksam und sucht Menschen, die den Schutz dieser bislang noch weitgehend unberührten Region unterstützen möchten. Anlass der Kampagne sind Pläne des Ölkonzerns Royal Dutch Shell, dort nach Öl zu Bohren.

Ölbohrungen bedrohen empfindliches Ökosystem

„Das Vorhaben von Shell stellt eine erhebliche Bedrohung für diese einzigartige Region dar!“, erklärt Jondalar Kuß, Pressesprecher bei Greenpeace Münster „Ein Unfall wie auf derDeepwater Horizon vor zwei Jahren hätte katastrophale Folgen. In der entlegenden Gegend ist es bei tiefen Temperaturen, eisbedeckter See, häufigen, schweren Stürmen und monatelanger Dunkelheit im Winter praktisch unmöglich, ausgelaufenes Öl zu bergen.“

Experten gehen davon aus, dass die Ölvorkommen in der Arktis von rund 90 Milliarden Barrel den weltweiten Bedarf nur für drei Jahre decken würden. Der Klimawandel, der dort schneller voranschreitet als überall sonst auf der Erde, lässt deren Erschließung in naher Zukunft möglich erscheinen. Daher beginnt Shell in diesem Sommer mit Suchbohrungen in der Beaufort- und Tschuktschensee vor Alaska. Sollte das Vorhaben erfolgreich sein, werden weitere Konzerne rasch folgen.

Der hohe Norden stellt jedoch ein sehr empfindliches Ökosystem dar. Wenn dort Öl in die Umwelt gelangt, kann es unter widrigen Umständen kaum entfernt werden. Der natürliche Abbau läuft bei niedrigen Temperaturen und fehlendem Sonnenlicht nur äußerst langsam ab. Der Lebensraum von Eisbären, Narwalen und vielen weiteren Tierarten würde so auf lange Zeit zerstört. Greenpeace fordert deshalb einen raschen Stopp von neuen Ölbohrungen und die Einrichtung eines internationalen Schutzgebietes rund um den Nordpol.