Die Klimasünden der Stadtwerke Münster kosten mindestens 1,3 Millionen Euro pro Jahr mehr

Greenpeace weist auf ökologische und wirtschaftliche Risiken der Stadtwerkebeteiligung an dem Kohlekraftwerk Hamm hin

Themengebiet:
Energiewende

Münster 05.02.2008 – Greenpeace Münster fordert den Rat der Stadt Münster auf, die Beteiligung an den Kohlekraftwerk in Hamm nicht zu erhöhen. Neben den bekannten klimapolitischen Gründen gegen die Beteiligung an Kohlekraftwerken sprechen auch ökonomische Gründe gegen das Kraftwerk. Nach aktuellen Zahlen, die Greenpeace Münster vorliegen, wird die Beteiligung an dem Kohlekraftwerk Hamm durch veränderte Vergabekriterien der CO2-Zertifikate für die Stadtwerke Münster wesentlich teurer werden als geplant.

„Dass die Klimahauptstadt Münster mit der Beteiligung ihrer Stadtwerke an dem Kohlekraftwerk in Hamm demnächst direkt für den Ausstoß von 150.000 Tonnen CO2 jährlich verantwortlich sein wird, ist schon schlimm genug“ so Christoph Sievers, Energie-Ansprechpartner von Greenpeace Münster. „Doch nun sprechen auch Mehrkosten von jährlich 1,3 Millionen Euro gegen die Beteiligung. Wir fordern daher den Stadtrat auf, den Schaden zu begrenzen und der geplanten Erhöhung der Beteiligung nicht zuzustimmen!“

In der Wirtschaftlichkeitsberechnung, die der Beteiligung zu Grunde liegt, wird davon ausgegangen, dass von 2013 bis 2017 noch 33 % der CO2-Zertifikate gratis ausgeben werden. Die aktuellen Vorgaben der EU-Kommission sehen jedoch bereits ab 2013 eine vollständige Versteigerung vor. Zusätzlich weden in der Berechnung die Kosten für eine Tonne CO2 lediglich mit 20 Euro angesetzt. Realistisch sind aber mindestens 22 Euro pro Tonne CO2.

Beide Punkte zusammen summieren sich auf 316 Millionen Euro, die das Kraftwerk von 2013 bis 2017 in der Unterhaltung mehr Kosten würde. Bei einer Beteiligung von 25 MW, würde dies für die Stadtwerke zu jährlichen Zusatzkosten von 1,3 Millionen Euro führen. Die nun geplante Erhöhung um 10 MW auf 35 MW würde weitere 500.000 Euro nicht einkalkulierter Zusatzkosten verursachen.

Dabei sind die angesetzten 22 Euro noch sehr konservativ geschätzt. Ein internes Strategiepapier der EU-Kommission geht sogar von bis zu 57 Euro pro Tonne CO2 aus. Schon bei einem Preis von 35 Euro, von dem etwa die Deutsche Bank ausgeht, würden sich die Zusatzkosten bereits bei 25 MW auf über 3,2 Millionen Euro jährlich summieren.