CO2-Wolke erstrahlt vor den Stadtwerken

Greenpeace protestiert gegen Erhöhung der Stadtwerkebeteiligung am Kohlekraftwerk in Hamm

Themengebiet:
Energiewende
  • Keine neuen Kohlekraftwerke! Klimaschutz geht anders
  • Symbolische CO2-Wolke eines Kohlekraftwerks
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Münster, 28.01.2008: 2000 Teelichter erstrahlen in der Dunkelheit vor den Stadtwerken. Sie bilden den Kühlturm eines Kohlekraftwerkes, aus dem eine riesige gelbe CO2 Wolke leuchtend in Richtung der Stadtwerke wabert. Hinter dem 6 Meter breiten und 6 Meter hohen Symbol halten Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift „Keine neuen Kohlekraftwerke – Klimaschutz geht anders“ in die Höhe. Mit dieser Aktion fordert Greenpeace Münster den Aufsichtsrat der Stadtwerke dazu auf, bei der morgigen Aufsichtsratssitzung gegen eine Erhöhung der Kraftwerksbeteiligung von 25 auf 35 Megawatt (MW) zu stimmen.

„Unsere Stadtwerke verlassen den klimafreundlichen Pfad,“ sagt Sabine Baumkötter, Pressesprecherin von Greenpeace Münster zu den Plänen der Stadtwerke enttäuscht. „Mit derartigen Beteiligungen unterstützen unsere heimischen Stadtwerke den Bau klimaschädlicher Kraftwerke und damit den Klimawandel. Einem Klimawandel, vor dem ich Angst habe, der uns hier alle konkret betreffen wird. Sei es durch mehr orkanartige Stürme oder häufigere Überschwemmungen. Deshalb fordern wir unsere Stadtwerke dazu auf, die Beteiligung an dem geplanten Steinkohlekraftwerk in Hamm nicht zu erhöhen.“, so Baumkötter weiter.

Bereits im Oktober 2007 haben die Stadtwerke die Beteiligung an dem Kohlekraftwerk gegen den Protest von zahlreichen lokalen Umweltgruppen beschlossen. Mit der um 10 MW erhöhten Beteiligung von 35 MW wollen sie ihre Unabhängigkeit von der Strombörse noch weiter ausbauen und so eine langfristige Wirtschaftlichkeit sichern. Doch dass dies durch eine erhöhte Beteiligung gelingen kann, ist durchaus fraglich: „Das finanzielle Risiko unserer Stadtwerke erhöht sich dadurch weiter“ erklärt Christoph Sievers, Energie-Ansprechpartner von Greenpeace Münster: „Durch die steigenden Kosten der benötigten CO2-Zertifikate nach 2012 wird sich der Kohlestrom deutlich verteuern. So ist RWE Power, der Auftraggeber des Kraftwerkes, froh über jeden Partner, auf den dieses Risiko verteilt werden kann.“ Zudem ist auch der Preis für Kraftwerkskohle in den letzten Jahren stark angestiegen.

Allein das von RWE Power geplante Steinkohlekraftwerk in Hamm mit einer Leistung von 1600 MW wird ungefähr soviel CO2 ausstoßen wie ganz Jamaika – ein Land mit über 2,7 Millionen Einwohnern. Auch wird das Kraftwerk in Hamm nur einen Wirkungsgrad von 46 % haben. Ein zukunftsfähiges Gas-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung hat im Vergleich dazu einen Wirkungsgrad von bis zu 90 %.

Pressetexte

  • PDF icon HintergrundinfoPDF |50.34 KBHintergrundinfo „Beteiligungen der Stadtwerke“

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  • KerzenbotschaftJPG |347.65 KBAktion gegen die Beteiligung der Stadtwerke Münster am Kohlekraftwerk in Hamm