CO2 Berg vor dem Stadthaus

Greenpeace demonstriert gegen den Bau eines Kohlekraftwerks in Hamm

Themengebiet:
Energiewende
  • Keine neuen Kohlekraftwerke! Klimaschutz geht anders!
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Münster, 10.10.2007: Auf dem Platz zwischen dem Stadthaus 1 und Galeria Kaufhof häufen sich meterhoch schwarze Müllsäcke. Die weißen Aufschriften „CO2“ und „Der gefährlichste Müll ist der, den wir nicht sehen!“ prangen auf ihnen. Über 100 dieser schwarzen Müllsäcke zeigen, welche Menge des Treibhausgases Kohlendioxid der Neubau in Hamm in einer zehntel Sekunde ausstoßen wird. Mit dieser Aktion macht Greenpeace Münster auf die enormen Mengen CO2 aufmerksam, die ein Kohlekraftwerk täglich in die Luft schleudert. Hiermit protestiert Greenpeace gegen den Neubau des Steinkohlekraftwerks in Hamm und gegen die geplante Beteiligung der Stadtwerke Münster an diesem Kraftwerk.

„Der Neubau solcher Kraftwerke ist Gift für unser Klima.“, sagt Sabine Baumkötter, Pressesprecherin von Greenpeace Münster, „Deshalb fordern wir die Stadtwerke auf sich nicht an dem geplanten Neubau zu beteiligen. Denn ich möchte mich in Zukunft nicht dauernd vor Stürmen wir Kyrill im Haus verbarrikadieren oder meinen Keller auspumpen müssen.“

„In Deutschland ist bis 2012 der Bau von 25 neuen Kohlekraftwerken mit einer Kapazität von 24.000 Megawatt geplant“, so Sabine Baumkötter „Eine solche Anlage läuft 40 bis 50 Jahre lang. Wer heute weiter auf Kohle setzt, zementiert bis ins Jahr 2050 eine klimaschädliche und nicht zukunftsfähige Energieversorgung.“ In dieser Zeit werden diese Kohlekraftwerke die Atmosphäre jährlich mit zusätzlichen 140 Millionen Tonnen CO2 belasten.

Greenpeace will den Ausbauplan in dieser Form verhindern. Die Zahl der geplanten Anlagen ist viel zu hoch, und einzelne Kraftwerke sind überdimensioniert. Die Umweltorganisation setzt auf kleine dezentrale Kraftwerke mit so genannter Kraft-Wärme-Kopplung. Bei dieser hoch effizienten Technik wird nicht nur der erzeugte Strom genutzt, sondern auch die dabei produzierte Wärme. Daher fordert Greenpeace, bei der Planung dem Klimaschutz absoluten Vorrang einzuräumen.

In Hamm plant der Energieversorger RWE ein Kohlekraftwerk, das mehr als 8,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen wird. Das Kraftwerk hat nur einen Gesamt-Wirkungsgrad von 46 Prozent während Anlagen mit Kraft-Wärme Kopplung einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent erreichen. Die Stadtwerke planen eine Beteiligung für 20 Jahre.

Pressetexte

  • PDF icon HintergrundinfoPDF |50.34 KBHintergrundinfo „Beteiligungen der Stadtwerke“

Pressebilder

  • CO2-SäckeJPG |419.76 KB100 dieser schwarzen Müllsäcke soll das Kohlekraftwerk in Hamm in einer zehntel Sekunde an CO2 ausstoßen