Aussteigerland NRW – Anti-Atomwahl 2010

Greenpeace Münster begrüßt die CDU-Prominenz beim Landesparteitag

Themengebiet:
Energiewende
  • Demonstration gegen Atomkraft vor dem CDU Parteitag in Münster
  • /

Münster, 20.03.2010: Von der Morgensonne angestrahlt leuchten mehrere gelbe Fässer vor dem Grau der Halle Münsterland. Das schwarze Atomzeichen prangt warnend auf ihnen. Ein Greenpeace-Aktivist in weißem Strahlenschutzanzug und mit Atemschutzmaske steht wie ein Mahnmal zwischen den Fässern. Ein strahlend gelbes Banner mit der Aufschrift „Aussteigerland NRW – Anti-Atom-Wahl 2010“ verkündet die Botschaft der Greenpeace-Aktivisten. Mit dieser Mahnwache begrüßen sie die Polit-Prominenz der CDU ab 9 Uhr bei der Ankunft zum Landesparteitag in der Halle Münsterland. Die Greenpeace-Aktivisten fordern den Atomausstieg bis 2014.

Die Koalition der CDU/CSU und FDP auf Bundesebene verfolgt derweil ein anderes Ziel. Auf welchem Wege und mit welchen Schwierigkeiten der gesetzlich festgelegte Atomausstieg in Teilen rückgängig gemacht werden kann, hat die Bundes-CDU/ FDP bereits kurz nach der Bundestagswahl in einem geheimen internen Papier, welches Greenpeace vorliegt, erörtert. Fest steht, dass der beschlossene Atomkonsens nur über den Bundesrat mit der Mehrheit der Schwarz/Gelben Bundesländer gekippt werden kann. Genau diese Mehrheit im Bundesrat steht bei der Landtagswahl auf dem Spiel.

„Die bevorstehende Landtagswahl in NRW am 9. Mai ist daher unheimlich wichtig, damit es beim Aus für Atomkraft in Deutschland bleibt,“ erklärt Heiko Wischnewski, Greenpeace-Aktivist aus Münster. „Denn hier haben Wähler die Macht mit Ihrer Stimme die von Schwarz/Gelb angestrebten Pläne der Laufzeitverlängerungen für die deutschen Atomkraftwerke zu durchkreuzen.“

Laufzeitverlängerungen bedeuten einen Rückfall ins Atomzeitalter – ein Zeitalter von fossilen, endlichen Energieträgern und unflexiblen Großkraftwerken; ein Zeitalter, in dem die Produktion von vermeintlich sauberem Strom hochradioaktiven Abfall für tausende von Jahren bedeutet. Auch jetzt, wo schon riesige Mengen diese strahlenden Mülls existieren, weiß noch niemand, wo er sicher und auf Dauer endgelagert werden könnte. Dieses graue Atomzeitalter sollte durch den Vormarsch der erneuerbaren Energien und die Einführung einer dezentraleren, flexiblen Stromversorgung zu Ende gehen. Eine Verlängerung der Laufzeiten würde diese zukunftsweisenden Entwicklungen verzögern.

Um das Ende des Atomzeitalters in Deutschland zu besiegeln, werden in den nächsten sieben Wochen Greenpeace Gruppen aus NRW mit ihrer Kampagne „Aussteigerland NRW – Anti-Atom Wahl 2010“ zum einen den Atomparteien CDU und FDP deutlich ihren Widerstand aufzeigen und zum anderen mit vielen Aktionen den wahlberechtigten Bürgern in NRW bewusst machen, welche Bedeutung diese Wahl für die energiepolitische Zukunft in Deutschland hat.