„Atommüll nicht unter den Teppich kehren!“

Greenpeace protestiert gegen schwarzgelbe Atompolitik

Themengebiet:
Energiewende

Münster, 17.4.2010 – Zwei Greenpeace Aktivisten kehren – mit Masken und Namensschildern verkleidet als Andreas Pinkwart (NRW-Spitzenkandidat FDP) und Jürgen Rüttgers (NRW-Ministerpräsident, CDU) – Miniatur-Atommüllfässchen unter einen Teppich. Anschließend beglückwünschen sie sich zu ihrer Leistung. Mit dieser „Straßenfegeraktion“ machen Greenpeace-Aktivisten heute in Münster, Essen, Wuppertal und Bonn auf die ungelöste Atomendlagerfrage aufmerksam. In Münster beginnt die Aktion um 12 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Die Aktivisten ziehen durch die Innenstadt und machen an verschieden Orten halt, um erneut Atommüllfässchen unter den Teppich zu kehren. Begleitend verteilen Greenpeacer Infomaterial zur aktuellen Greenpeace-Kampagne „Aussteigerland NRW – Anti-Atom-Wahl 2010“ an Passanten. Mit der Kampagne fordert Greenpeace die Wähler in Nordrhein-Westfalen auf, sich mit ihrem Wahlentscheid bei den Landtagswahlen im Mai gegen Laufzeitverlängerungen und für eine Politik der regenerativen Energien auszusprechen.

„Jürgen Rüttgers versucht derzeit, die Bedeutung der NRW-Wahl für die Atompolitik totzuschweigen“, sagt Julia Stalke, Greenpeace-Aktivistin aus Münster. „Dabei könnte eine neue NRW-Landesregierung bei der Abstimmung über verlängerte Laufzeiten im Bundesrat das Zünglein an der Waage sein. Deshalb fordert Greenpeace die Menschen in NRW auf, die Atomkraft am 9. Mai endgültig abzuwählen“.

In Nordrhein-Westfalen befindet sich zwar kein AKW mehr am Netz, jedoch gibt es mit der Atom-Anreicherungsanlage im westfälischen Gronau und dem Atommüll-Zwischenlager in Ahaus zwei zentrale Knotenpunkte für Atomkraftwerke in ganz Europa. Regelmäßig rollen Transporte mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen durch das dicht besiedelte NRW nach Ahaus. Im stillgelegten Forschungsreaktor in Jülich im Kreis Düren lagern noch 300.000 stark verstrahlte Brennelemente-Kugeln, die ebenfalls in den nächsten Jahren nach Ahaus transportiert werden sollen. Das AKW Würgassen im Landkreis Höxter wurde 1994 stillgelegt und befindet sich nach wie vor im Rückbau.

Bereits seit Anfang März arbeiten ehrenamtliche Greenpeacer in ganz NRW an der Kampagne zum Atomausstieg. Eine neue Landesregierung im bevölkerungsreichsten Bundesland könnte die Machtverhältnisse im Bundesrat ändern und dadurch die von der schwarz-gelben Bundesregierung geplanten Laufzeitverlängerungen verhindern. Auf der Kampagnen-Website GreenAction gibt es mehr Informationen und Fotos.