Atomkatastrophe in der Münsteraner Innenstadt

Zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe simuliert Greenpeace einen Reaktorunfall in der Fußgängerzone

Themengebiet:
Energiewende
  • Atomausstieg jetzt!
  • Zudecken eines Opfers nach einem inszenierten AKW Unfalls
  • Atomfässer und die Folgen eines AKW-Störfalls
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Münster 26.4.2007 – Aktivisten von Greenpeace Münster demonstrieren in der Fußgängerzone vor der Lambertikirche die Folgen eines Super-GAUs. Ein nachgebildeter Reaktor reißt unter Explosionsgeräuschen und Rauchentwicklung auseinander. Eine laute Sirene ist zu hören und mehrere Passanten fallen zu Boden. Aktivisten in weißen Schutzanzügen und Atemmasken bedecken die Passanten mit weißen Tüchern, auf denen das Atomzeichen prangert. Greenpeace macht hiermit zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe auf die Gefahren der Atomkraft aufmerksam. Heute vor 21 Jahren zeriss eine Explosion in der Ukraine den Block Nr. 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die dabei freigesetzte radioaktive Wolke verstrahlte weite Teile Europas. Sie tötete hunderttausende Menschen – und tötet heute noch.

„Wir wollen den Menschen klar machen, dass ein Unfall im Ausmaß der Tschernobyl-Katastrophe jederzeit passieren kann“, sagt Martin Klug von Greenpeace Münster. „Auch die deutschen Atomkraftwerke sind lange nicht so gut wie ihr Ruf. Die Atomkraft ist nicht sicher und keine Lösung für das Klimaproblem! Daher fordert Greenpeace die frühstmöglichste Stilllegung aller Atomanlagen.“

Viele Gründe sprechen gegen die Atomkraft. Mit jedem Reaktor steigt die Gefahr eines schweren Unfalls. Letztes Jahr wäre es in Schweden im AKW Forsmark fast zu einem schweren Unfall gekommen. Es gibt weltweit kein sicheres Endlager für hochradioaktive Abfälle. Niemand weiß, wo die gefährlichen Abfälle für Tausende von Jahren sicher gelagert werden können. Der Brennstoff Uran ist – ebenso wie die fossilen Energien – ein endlicher Rohstoff, der noch rund 50 bis 65 Jahre reicht. Investitionen in neue Atomkraftwerke fehlen bei der Entwicklung der Erneuerbaren Energien. Damit wird das Problem in die Zukunft verschoben und verschärft.

Ein weltweiter Ausstieg aus der Atomenergie ist lange überfällig, damit sich nicht in einem der vielen maroden Atomkraftwerke auf der Welt ein zweites Tschernobyl ereignet und dann wieder die schrecklichen Bilder um die ganze Welt gehen: Die unzähligen Bilder von krebskranken Menschen und missgebildeten Kindern. Bilder von Menschen, für die Tschernobyl auch heute noch hochaktuell ist.

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