Aasee wird zur Asse

Greenpeace Münster inszeniert Atommüll-Endlager im Aasee

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Energiewende
  • Endlager Assee? Atomkraft abwählen!
  • Störfall Atomkraftwerk - Atomkraft abwählen!
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Münster, 12.09.2009: Drei leuchtend gelbe Fässer dümpeln an der Wasseroberfläche des Aasees. Schräg ragt Eines gen Himmel. Das Atomzeichen warnt vor ihrem vermeintlichen Inhalt. Auch auf den Stufen an den Kugeln liegen zwei ramponierte gelbe Fässer. Eine Ente watschelt neugierig zwischen ihnen hindurch. Schweigend halten zwei Greenpeace-Aktivisten ein Banner: „Atomkraft schadet Deutschland“ lautet die Botschaft. Mit dieser symbolischen Aktion macht Greenpeace Münster darauf aufmerksam, dass es kein sicheres Endlager für den hochgefährlichen Atommüll gibt. Auch deshalb fordert Greenpeace Münster die jetztige und kommende Regierung dazu auf, am Atomausstieg festzuhalten.

„Was würden Sie machen, wenn das hier wirklich Asse II wäre? Wegziehen?“, fragt Sabine Baumkötter, Pressesprecherin von Greenpeace Münster, resigniert und deutet auf die im Aasee dümpelnden Fässer. „Die Asse ist Deutschlands einziges Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Sie droht einzustürzen und säuft ab. Kontaminierte Lauge hat Kontakt zu den eingelagerten Abfällen. Diese Lauge könnte aus dem Bergwerk ins Grund- und Trinkwasser der Region gelangen. Ich möchte da nicht in der Nähe wohnen,“ erklärt Baumkötter den GAU in der Asse. „Aber obwohl niemand weiß, wohin mit diesen Unmengen an Müll, laufen die Atomkraftwerke weiter. Die Atomtechnik ist wie ein Flugzeug, das gestartet ist, obwohl es noch keine sichere Landebahn gibt. Asse II war ein Landungsversuch – er wurde zur Bruchlandung.“

Aber nicht nur auf die Endlagerproblematik weißt Greenpeace Münster an diesem Samstag hin. An zwei weiteren Plätzen in der Stadt werden Münsters Bürger über die Gefahren der Atomkraft aufgeklärt. Am Servatiiplatz machen die Aktivisten auf die Terrorgefahr aufmerksam. Außerdem inszenieren sie einen Störfall. Ein Atomkraftwerk beginnt zu qualmen, Sirenen ertönen und Passanten fallen wie tot um. Ein in einem weißen Schutzanzug gekleideter Aktivist mit Atemmaske deckt Leichentücher über die Passanten. Auf ihnen prangt das gelbe Atomzeichen.

Auf dem Weg zum Servatiiplatz hängen Fotos der Opfer von Tschernobyl. Sie zeigen Kinder und Erwachsene, die an Schilddrüsenkrebs oder Deformationen leiden. Mit diesen Fotos möchten die Aktivisten zeigen, dass hinter den nüchternen Zahlen dieses schrecklichen Unfalls Schicksale stehen. Auch 23 Jahre nach dem SuperGAU leiden noch viele Menschen an den Konsequenzen.

Neben der Störfall- und Terrorgefahr weist Greenpeace Münster auf dem Platz vor dem Lackmuseum an der Windhorstraße die Problematik des Abbaus von Atommüll hin. Zusätzlich zeigen sie die Transportwege von Atommüll und Atomprodukten in Deutschland auf. Einer dieser Transportwege führt direkt durch Münster. So fährt regelmäßig ein Zug von der Urananreicherungsanlage in Gronau mit Uranhexafluorid mitten durch den münsteraner Hauptbahnhof.

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