Weihnachtshelfer am Werk

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Weihnachtshelfer am Werk

Eine Aktion der etwas anderen Art fand am 10. und 17. Dezember an unserem Stammplatz an der Ludgerikirche statt. Wir, die Jugendgruppe von Greenpeace Münster, veranstalteten einen Geschenk-Einpack-Service, um auf einen Umstieg auf Recyclingpapier aufmerksam zu machen.

Die Weihnachtsgeschenke der Passaten wurden von uns kostenlos in Recyclingpapier einpackt, gleichzeitig sprachen wir die Themen Papierverbrauch und Waldschutz an.

Dafür haben wir im voraus recyceltes Papier mit weihnachtlichen Motiven bestempelt und Dekorationen wie Tannenzweige, sowie nachhaltig produziertes Geschenkband besorgt. Dass umweltschonendes Geschenkpapier nicht zwangsläufig brau sein muss, beweist das mit dem Nachhaltigkeitssiegel "Blauer Engel" zertifizierte, farbenfrohe Geschenkpapier, welches auch im Einzelhandel zu finden ist.

Nachhaltig mit Papier umzugehen ist äußerst wichtig, da das Papier für unseren täglichen Konsum überwiegend aus den nordischen Nadelwäldern (v.a. Alaska, Kanada, Skandinavien und Russland) stammt. Diese "Great Northern Forests" speichern mehr Kohlenstoffdioxid als alle tropischen Regenwälder zusammmen. Allerdings zerstören die Monokulturen der Papierindustire diesen wichtigen grünen Gürtel, der um die Arktis verläuft. Unser hohe Papierkonsum mit seiner Papierverschwendung ist Hauptgrund der dortigen Waldvernichtung.

Und da in Deutschland so viel Papier verbraucht wird, wie auf den Kontinenten Afrika und Südamerkia zusammen (fast 250kg pro Kopf und Jahr), stehen wir alle in der Pflicht unseren eigenen Konsum zu hinterfragen, Papier einzusparen und auf nachhaltiges, FSC-zertifiziertes oder Recyclingpapier umzusteigen. Natürlich geht es hier nicht nur um Geschenkpapier, auch für Schulhefte, Druckerpapier, Holz und Toilettenpapier gibt es sehr gute, günstige Alternativen.

Unsere Aktion am 10. Dezember war ein Warm-Up für die Aktion in der darauf folgenden Woche, denn trotz positivere Resonanzen gab es nur wenige Geschenke, die von uns eingepackt werden konnten. Viele Leute hatten noch keine Geschenke gekauft.

Am 17. Dezember hingegen fand der Einpack-Service großen Zulauf und die Passanten zeigten sich nachhaltigem Geschenkpapier gegenüber sehr interessiert. In den Gesprächen erfuhren wir, dass viele Leute schon schon selbst Geschenkpapier einsparen, indem sie es wiederverwenden. Auf der anderen Seite war oft nicht bekannt, wo zertifiziertes oder recyceltes Geschenkpapier erhältlich ist. Es lohnt sich also genauer hinzuschauen oder bei Mitarbeitern in den Läden konkret nach Papier aus nachhaltigen Quellen zu fragen. Hervorgehoben werden sollte aber an dieser Stelle, dass die Aktion in keiner Weise den Weihnachtskonsum unterstützen oder rechtfertigen sollte.

Am Ende des Tages haben wir unterschiedlichsten Menschen mit Geschenken verschiedenster Form und Größe zu verschenkfertigen Einzelstücken verhelfen können. Besonders gefreut hat uns, dass die Passanten uns freundlicher und offener begegnet sind als sonst. Außerdem sind die meisten von sich aus auf uns zu gekommen, was heutzutage sonst eher selten ist.

Insgesamt also zwei gelungene Aktionen, die unter dem Weihnachtsbaum ein Symbol für den Schutz unserer Wälder dargestellt haben und hoffentlich zum Nachdenken angeregt haben.

© H. Haggeney

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