Waldschutz ist Klimaschutz

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Münster, 16.03.2013 – Greenpeace-Aktivisten informierten am Samstag, den 16. März über den mangelnden Waldschutz in Deutschland. Von 11- 16 Uhr standen wir auf dem Harsewinkelplatz in der Nähe „Kirschensäule“. Die selbe Aktion fand bundesweit in 45 Städten in ganz Deutschland statt.

Die Geburtstagsfeier zur „Nachhaltigkeit“ war ein voller Erfolg! Vielen Dank an die sechsundzwanzig neuen Baumpaten, die an unserem Stand eine solidarische Patenschaft für alte Buchen im Spessart angenommen haben. Vielleicht kommt der ein oder andere sogar dazu sein Baum mal zu besuchen. Auch unser Stadtbanner war am Ende des Tages gefüllt mit den vielen Blattaufklebern der Münsteraner und wir konnten einige interessante Gespräche über den Waldschutz in Deutschland führen. Unser Stand ist gut angenommen worden, nicht zuletzt, dank unserem neuen Wald-Maskottchen. Wir hoffen weiterhin auf Interesse zum Thema Waldschutz in Deutschland und freuen uns Sie an unserem Stand zu sehen.

Waldschutz in Deutschland wo stehen wir?

In Deutschland werden knapp 99 Prozent der Waldfläche forstlich bewirtschaftet. Die meist hochindustrielle Holzernte mit ihren Großmaschinen und der steigende Holzeinschlag, bei ständig schrumpfenden Umtriebszeiten schadet Natur und Klima. „Unsere Aktion soll ein Signal an die verantwortliche Politik senden. Der Schutz der Wälder ist nicht nur im Amazonas oder im Kongo notwendig, sondern auch hierzulande,“ sagt Christian Fischer, Sprecher von Greenpeace-Münster, „Deutschland muss endlich seiner internationalen Verantwortung gerecht werden und die alten Buchen- und Laubwälder für kommende Generationen schützen.“ Anlass für diesen Aktionstag ist der Internationale Tag des Waldes am 21. März. Greenpeace setzt sich für mehr Waldschutz und eine ökologische Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland ein. Mit einer Baumpatenschaft kann jeder ein Zeichen setzen für einen besseren Schutz unserer heimischen Buchenwälder und sich für „Urwälder von morgen“ in Deutschland engagieren. Bürger, die eine unentgeltliche, solidarische Patenschaft übernehmen, erhalten eine Urkunde mit den exakten Koordinaten „ihres“ Baumes. So können sie die Bäume auf einer Karte genau zuordnen. Weitere Informationen auf http://www.greenpeace.de/baumpate.

300 Jahre Nachhaltigkeit?

Die deutsche Forstwirtschaft feiert in diesem Jahr 300 Jahre nachhaltige Nutzung der Wälder. Vor 300 Jahren erkannte der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz, dass der Raubbau am Wald auf Kosten zukünftiger Generationen erfolgt. Aufgrund des großen Bedarfs an Energieholz waren Mitte des 18. Jahrhunderts Deutschlands Wälder geplündert oder sogar ganz vernichtet. Der Wald konnte den Hunger der Industrie nach Holz als Energieträger nicht mehr stillen. Aus dieser Notlage heraus formulierte Carlowitz ein einfaches Gegenrezept: Es sollte nicht mehr Holz geerntet werden als im selben Zeitraum nachwächst. Carlowitz gilt seitdem als Erfinder der Nachhaltigkeit. Doch wie sieht es heute aus, hat man aus der Vergangenheit gelernt, ist die Nachhaltigkeit im Wald noch gewährleistet? Im Jahr 2010 war die Menge an Energieholz zum ersten Mal wieder größer als der Anteil des stofflich genutzten Holzes. Würden heute alle 15 Mio. Haushalte die einen Holz- oder Pelletofen besitzen ausschließlich mit Holz heizen, wäre die dreifache Menge des Holzes notwendig, was nachhaltig genutzt werden kann. Schon heute wird in vielen öffentlichen Wäldern aus ökonomischen Gründen weit mehr Holz eingeschlagen als aus ökologischer Sicht sinnvoll ist. „Die Industrialisierung unserer Wälder bedroht nicht nur die letzten alten Baumriesen, sondern lässt unsere Natur verarmen, mindert den Erholungswert des Waldes für uns Menschen und lässt den Wald zu einer CO2-Quelle werden“, sagt Fischer. Alles zum Thema 300 Jahre Nachhaltigkeit finden Sie hier: http://gpurl.de/EnVlE

Darum fordert Greenpeace:

  • Ein Einschlagmoratorium in allen großflächigen Laubwaldbeständen über 140 Jahren, bis eine gesetzliche Grundlage zum Schutz der alten Buchen- und Laubwälder geschaffen ist.
  • Vollständige Datentransparenz in allen öffentlichen Wäldern.
  • Die Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie auf Bundes- und Länderebene, dass heißt bis 2020 sollen 10% des öffentlichen Waldes aus der forstlichen Nutzung genommen und gesetzlich geschützt werden.
  • Auf den restlichen 90% soll eine nachhaltig, ökologische Forstwirtschaft betrieben werden, wie beispielsweise der FSC oder Naturland vorsieht.
  • Eine Novellierung des Bundeswaldgesetz, mit einem klar definierten Begriff einer nachhaltigen Forstwirtschaft, hinsichtlich auf den Schutz der Biodiversität im Wald, der Naherholung und des Klimawandels.

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