Sozial-ökologisches Europa

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Für ein sozial-ökologisches Europa

Wer am Samstag, den 18.5. durch die Ludgeristraße flanierte, kam auf Höhe der Ludgerikirche an einem etwas skurril ausschauendem Stand der Greenpeace Jugend Gruppe vorbei.

Dort standen Kinder um ein kleines Planschbecken herum und angelten Wale, Jugendliche unterschrieben mit bunten Stiften auf ein großes Plakat und die Erwachsenen waren in Gespräche am Infotisch vertieft.

Ein Blick auf das Banner verriet dann doch relativ schnell, was das alles soll; „Rettet die Wahlen! Ihr wählt unsere Zukunft #Klimawahlen“

Natürlich wollten auch wir auf die kurz bevor stehenden EU-Wahlen aufmerksam machen. Wie tausende andere junge Menschen in Deutschland dürfen einige Leute aus unserer Greenpeace Jugend Gruppe nicht an den Wahlen teilnehmen. Andere entscheiden also über die Zukunft, in der wir leben werden. Über die Herabsenkung des Wahlalters kann man streiten, doch die Idee hinter der Aktion war ganz einfach die Wahlberechtigten zu erinnern, dass sie ihr Kreuz auch für die Jugend setzt.

Und für uns am wichtigsten ist eine Politik, die den Klimaschutz als erste Priorität setzt und endlich wirksame Maßnahmen für den Schutz unseres Klimas und dem Erhalt der Biodiversität umsetzt. Denn in welcher Welt wir morgen leben wird heute entschieden.

Deshalb nochmal: Geht nicht nur einfach wählen, sondern bedenkt dabei, dass ihr die Verantwortung für das Klima und somit für unsere Zukunft tragt.

Das Wortspiel mit „Rette die Wale“ konnten wir uns als Vertreter der klischeebehafteten Waleretter von Greenpeace nicht verkneifen und haben passend dazu auch das Entenangeln in ein Waleangeln umgewandelt.

Da mittlerweile (fast) alle Parteien das Thema Klimaschutz angehen (oder zumindest groß auf Wahlplakaten damit werben) wollten wir mithilfe eines Spieles deutlich machen, welche Parteien bestimmte Klimathemen unterstützen. Auf Pottwal, Orca und Co, die mithilfe von Magneten aus dem Planschbecken geangelt werden konnten, stand jeweils ein Thema, welches klimarelevant ist und auf der Rückseite wurden die Parteien aufgeführt, die sich für die Umsetzung dessen einsetzen.

Da gab es den Wal für den Kohleausstieg bis 2030, einen für die Einführung der Kerosinsteuer und den Subventionsstopp für den Flugverkehr, einen für den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr… Aber auch für Themen wie „ein verbindliches Lobbyregister, das Verbot der Massentierhaltung, konsequenter Gewässerschutz, den Wegwerfstopp für Supermärkte,  das Verbot von Glyphosat und anderen gefährlichen Pestiziden“ gab es einen Wal, der aufdecken konnte, wer echte Maßnahmen für die Verbesserung der Situation unterstützt und wer sich das Wort „Klimaschutz“ eher als Lückenfüller auf das Wahlplakat geschrieben hat…

Desweiteren gab es ein Plakat, an dem symbolisch der Klimaschutz gewählt werden konnte. Unter der Überschrift „Ich wähle Klimaschutz“ sammelten sich die Unterschriften von vielen unter 18 jährigen, aber auch von wahlberechtigten Menschen.

Außerdem sammelten wir sehr erfolgreich Unterschriften für die von fridays for future gestartete Initiative für die Ausrufung des Klimanotstands in Münster. Der Begriff Klimanotstand ist symbolisch, die Stadt verpflichtet sich damit aber bei allen anstehenden Entscheidungen dem Schutz des Klimas höchste Priorität zuzuschreiben. Weltweit sind schon zahlreiche Städte dabei, zuletzt rief sogar die Regierung den Klimanotstand für ganz Großbritannien aus.

In diesem Sinne - dies ist eine so entscheidende Wahl- lasst uns dafür sorgen, dass Europa sozialer und grüner wird, denn nur so kann eine gute Welt für alle Menschen möglich sein.

Und wenn man schon nicht auf dem Wahlzettel ein Zeichen für bunt statt braun setzen kann, dann kann man auf die Straße gehen!

Das tat die Greenpeace Jugend Gruppe am Sonntag, den 19.5. in Köln. Dort gingen 45.000 Menschen für „1 Europa für alle“ auf die Straße. In ganz Deutschland demonstrierten 150.000 Menschen. Auch in anderen europäischen Ländern gingen Menschen für ein Europa der offenen Grenzen, für Klimagerechtigkeit und für gleiche Rechte für alle auf die Straße.

Mit viel Hoffnung im Gepäck ging es für uns zurück. Für ein sozial-ökologisches Europa!