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Umweltschützer demonstrieren auf Tankstellen gegen Ölbohrungen in Arktis

Münster 21.7.2012 – Greenpeace-Aktivisten verstärken den bundesweiten Protest an Shell-Tankstellen gegen die Ölbohrungen des Konzerns in der Arktis. In über 50 Städten bekleben Aktivisten Zapfsäulen und Zapfpistolen mit Protest-Labeln und informieren die Kunden über die Pläne von Shell. Auch in Münster demonstrieren Mitglieder von Greenpeace Münster heute um 15:30 Uhr an der Shell-Tankstelle/n in der Weseler Straße 320 gegen die geplanten Ölbohrungen in der Arktis. „Das Ökosystem der Arktis ist eine der empfindlichsten Regionen dieser Welt. Ölunfälle sind dort kaum zu bekämpfen“, sagt Greenpeace Sprecher Jondalar Kuß. „Shell ignoriert weiter die besonders hohen Umweltgefahren in der Arktis.“

Ölbohrungen von Shell bedrohen die Arktis – erster Unfall in Dutch Harbour

Wie schwierig die Wetterverhältnisse in der Arktis sind, zeigt der jüngste Unfall eines Shell-Bohrschiffes in Dutch Harbour (Alaska). Die ‚Noble Discoverer‘ soll diesen Sommer mit Ölbohrungen in der Arktis beginnen. Am vergangenen Wochenende war das Schiff bei starkem Wind an die felsige Küste getrieben. Derzeit gibt es widersprüchliche Informationen darüber, ob das Schiff auf Grund lief oder nicht.

Shell geht derweil juristisch gegen den Greenpeace-Protest vor. Der Konzern will gerichtlich mit einstweiligen Verfügungen weitere Demonstrationen verhindern. So dürfen sich beispielsweise Greenpeace-Schiffe oder Greenpeace-Mitarbeiter in US-Gewässern nicht näher als 500 Metern in manchen Fällen sogar 1,5 Kilometer der Shell-Flotte nähern.

In der vergangenen Woche haben in Deutschland über 500 ehrenamtliche Greenpeace-Aktivisten in 73 Städten an Shell-Tankstellen informiert. Die Aktionen in Deutschland sind Teil einer weltweiten Informations- und Aktionswoche von Greenpeace. Die ‚Global Week of Action‘ richtet sich gegen die Pläne von Shell, diesen Sommer in der Arktis nach Öl zu suchen. „Die Arktis ist unser gemeinsames Erbe, wir werden nicht tatenlos zusehen, wie Industriegiganten sie zerstören“, so Kuß.

Update (01.09.2012)

Im hohen Norden läuft Shell die Zeit davon. Das Zeitfenster, in dem Bohrungen möglich sind, nähert sich immer mehr dem Ende und bislang fehlten dem Konzern noch einige Genehmigung. Um dieses Jahr überhaupt noch bohren zu können muss Shell sich beeilen und hat jetzt zumindest für Teilbohrungen von den US-Behörden grünes Licht bekommen. Möglicherweise geht es also bald los. Für uns ist das ein Anlass, noch einmal Druck auf Shell zu machen. In Münster und fast 20 weiteren Städten demonstrieren heute Greenpeace-Aktivisten auf Tankstellen des Konzerns und informieren Passanten. Die Arktis ist ein außerordentlich empfindliches Ökosystem. Ein Ölunfall wie auf der Deepwater Horizon wäre nicht zu kontrollieren und hätte katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt.