Raubbau in Amazonien

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Der Amazonas-Regenwald wird für unseren Appetit auf Fleisch zerstört

Münster, 10.06.2006 – Greenteams (Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren) aus dem Münsterland demonstrieren heute in der Münsteraner Innenstadt gegen die Abholzung des Amazonasregenwaldes. Mit einem überdimensionalen aufblasbaren Jaguar, dem Wappentier des Amazonasgebietes, Banner, Urwald-Quiz, Unterschriftenlisten und vor allem mit viel jungem Elan wollen sie die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger erlangen: Umweltschutz ist nicht nur Erwachsenensache!

Der Amazonas-Regenwald ist der größte tropische Urwald der Erde. Er ist nicht nur Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen; sondern er reguliert das Klima, reinigt die Luft, filtert Wasser und verhindert Erosion. Doch wo einst dichtes Grün wucherte, erstrecken sich jetzt riesige Soja-Felder von oft mehreren tausend Hektar Größe. Soja wird als Tierfutter für Geflügel, Schweine oder Kühe nach Europa exportiert. Der große Appetit auf billiges Fleisch ist mitverantwortlich für die Zerstörung des Regenwaldes und die Verletzung der Menschenrechte in Amazonien.

„Mich regt auf, dass Menschen nicht darüber nachdenken, woher ihr halbes Hähnchen auf dem Teller kommt. Für unseren Wohlstand wird das Ökosystem in der Amazonas-Region vernichtet“, sagt Sarah Behrens von Greenpeace. International agierende Agrarkonzerne wie der US-Gigant Cargill kaufen immer wieder Soja von Farmern, die an illegaler Landaneignung, Rodung und Sklaverei beteiligt sind. Die Menschenrechte werden mit Füßen getreten und die Tiere werden einfach mit dem Urwald vernichtet. „Menschen und Tiere sind in ihrer Existenz und ihrem Leben bedroht – das können wir nicht zulassen!“

In Brasilien sind bereits 1,2 Millionen Hektar ehemaliger Regenwald-Flächen mit Soja-Feldern überzogen. Greenpeace fordert von der brasilianischen Regierung, den Regenwald endlich effektiv zu schützen. Dazu müssen sowohl der Holzeinschlag als auch die Rodung für den Sojaanbau sofort gestoppt werden. Greenteams setzen sich weltweit im Rahmen der „Kids for forests“-Kampagne für diese Ziele ein.

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