Plastik im Ozean

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Münster, den 04.06.2016 - Bei gutem Wetter folgte Greenpeace Münster der Einladung des Allwetterzoos und informierte zum Tag der Nachhaltigkeit über Auswirkungen durch die Freisetzung von Kunststoffen in die Umwelt und dazu, wie Plastik im Alltag vermieden werden kann.

Ein Eisbär lockte viele Kinder, aber auch Erwachsene an den Stand vor dem Bärengehege. Sie ließen sich gerne mit dem pelzigen Bewohner aus der Arktis fotografieren. Kinder konnten mit einem Memory lernen wie leicht es ist, Alltagsgegenstände aus Plastik durch Alternativen zu ersetzen. Wie lange diese Gegenstände brauchen um sich in kleinere Stücke zu zersetzen, konnten die Besucher bei einem Quiz erraten. Dabei ordneten sie beispielsweise Plastiklöffel, Luftballon, Feuerzeug und Angelschnur nach dem Zeitraum der Zersetzung einem Zeitstrahl zu. Die Erwachsenen protestierten mit Unterschriften für den Schutz der Meere vor grenzenloser Fischerei, Ölbohrungen im Watt und für die Errichtung wirksamer Meeresschutzgebiete. Hier können auch Sie online mitmachen: klicken Sie auf #Wellenmachen.

Gleichzeitig informierten die Greenpeacer*Innen über die Folgen der Freisetzung von Plastik in die Umwelt, wie bereits beim Besuch der Beluga. Jedes der Plastikteile zersetzt sich nur sehr langsam in immer kleinere Partikel. Oft ist der Einsatz der Kunststoffe nicht offensichtlich. Zur Demonstration hatten die Aktivist*innen Plastikpartikel mit Hilfe von warmem Wasser aus einer Tube Peeling Gel herausgefiltert. So lässt sich gut zeigen wie viele Plastikpartikel sich in solchen Kosmetika verbergen. Diese zerfallen dann weiter in mikroskopische kleine Partikel, das Mikroplastik, und schließlich in Nanoplastik. In dieser Form sind sie bereits im menschlichen Blut nachweisbar. Auch die kleinsten Bestandteile, die Monomere wie Styrole oder Vinylchlorid sind bereits teilweise toxisch. Darüber hinaus werden Kunststoffe meist mit Zusatzstoffen wie Weichmachern oder Flammschutzmitteln verarbeitet um die gewünschten Eigenschaften zu erreichen. Viele dieser Zusätze sind sehr problematisch, beispielsweise Phtalate als Weichmacher wie Bisphenol A, welche in Verdacht stehen wie das weibliche Hormon Östrogen zu wirken.

Dabei lassen sich all die plastikartigen Alltagsprodukte oft leicht ersetzen. Dies zeigten wir anhand einer 10 Punkte Liste. Zum Beispiel eignen sich geriebene Avocados als Salbengrundlage hervorragend für Peelingcremes. Unten finden Sie eine Liste von 10 Dingen, die auch Sie tun können, um Plastik zu vermeiden.

Das Team 50 plus informierte zur gleichen Zeit beim Markt der Möglichkeiten zum Thema Pestizide wie Glyphosat und für Bienen gefährliche Neonikotinoide. Sie sammelten erfolgreich Unterschriften gegen den Einsatz dieser Giftstoffe.

Die Forderungen:

  • Ein Netzwerk von großflächigen Meeresschutzgebieten, das mindestens 40 Prozent der Meere umfasst

  • Ein sofortiges Verbot jeglicher Art der Tiefseeausbeutung auf Hoher See

  • Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-(FFH)Richtlinie auf nationaler Ebene

  • Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie auf nationaler Ebene: Bis 2020 sollen 10 % der Meere Schutzgebiete sein (40% wären GP-Wunschvorstellungen)

  • Weg von der linearen Wegwerfwirtschaft hin zur echten Kreislaufwirtschaft

  • Senken des Plastikverbrauch nach den 5 R-Prinzipien: Refuse, Reduce, Reuse, Repurpose, Recycle (d.h. Vermeiden, Reduzieren, Wiederverwenden, mit neuem Zweck einsetzen, Recyceln)

  • gesetzliches Verbot von Einwegtragetaschen (d.h. der „klassischen“Einkaufstüten an der Kasse)

  • gesetzliche Besteuerung von dünnwandigen Knotenbeuteln (z.B. Obst- & Gemüsetüten)

  • gesetzliches Verbot von Mikroplastik in Kosmetika (kurzfristig)

  • gesetzliches Verbot von sämtlichen Plastiksubstanzen in Kosmetika (langfristig)

Greenpeace Münster und das Aktionsbündnis „Gentechnikfreie Stadt Münster“ fordern:

  • Kein Verkauf von glyphosathaltigen Pflanzengiften,
  • kein Verkauf von bienengefährlichen Insektengiften.

 

Dies können  Sie selbst tun:

  • Werden Sie hier Meeresschützer

  • Reduzieren Sie privat unnötiges Plastik, achten Sie beim Kauf von Kosmetik auf die Inhaltsstoffe und kaufen Sie mit Ihrem Rucksack, Korb oder Ihrer Stofftasche ein

  • Werden Sie mit aktiv, befreien Sie Ihre unmittelbare Umwelt von Müll

  • Nehmen Sie sich Zeit beim Kaffeetrinken, verwenden Sie Ihren ausspülbaren Thermobecher und vermeiden Sie "To Go Becher"

  • Sammeln Sie Müll und trennen Sie diesen

  • Reparieren Sie defekte Produkte, gestalten Sie sie um oder machen Sie Ihr persönliches Upcycling.

Publikationen

Weiterführende Links

Machen Sie mit bei #Wellenmachen für den Meeresschutz
Die Meere brauchen Schutz
Meeresschutzgebiete in Nord- und Ostsee
Der Fischratgeber
Beluga machte Welle in Münster
Ein Kanal voller Plastik
Welle machen gegen Plastikmüll

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