Nicht noch ein Damm am Amazonas

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Münster, den 18.06.2016 - Trotz widriger Wetterbedingungen protestierten die Greenpeacer*Innen aus Münster  an der Kanalstraße gleichzeitig mit 29 weiteren Gruppen bundesweit gegen den Bau des Sao-Luiz-do-Tapajos Staudamms, der den letzten freien Nebenfluss des Amazonas, den Tapajos, auf einer Fläche von 729 Quadratkilometer, mehr als doppelt so groß wie München, und über eine Strecke von 7,6 km aufstauen soll. Diese Strecke entspricht in etwa der Strecke vom Botanischen Garten bis zum Münsteraner Hafen. 

Allerdings wird der durch die Wasserkraft erzeugte Strom nicht in erster Linie der Bevölkerung zu Gute kommen. Er soll den Transport von Soja ermöglichen und der Industrie billigen Strom beschaffen. Der geplante Staudamm  wird den Lebensraum indigener Völker wie der Munduruku zerstören, wie auch den zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.

Dabei ist es eher unsicher ob der Damm tatsächlich zu einer stabileren Energieversorgung führen wird. In jüngster Zeit traten immer häufiger Zeiten ohne Regen auf, wodurch die Wasserkraftwerke des Landes die erwarteten Energiemengen nicht liefern konnten. Nachbarstaaten sahen sich genötigt den Energienotstand auszurufen. Zudem macht sich Brasilien mit seiner sehr einseitigen Form der Stromgewinnung abhängig von der Wasserkraft. Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Auch in Brasilien können Wind- , und vor allem auch Solarkraft, genutzt werden um so die Last der Versorgung auf verschiedene Energieträger zu verteilen.

In Münster ermöglichten die Aktivist*innen interessierten Passant*innen sich mit einer Protestkarte an den Vorstandvorsitzenden Dr. Kaeser von Siemens zu wenden, um ihn aufzufordern, den Bau des Staudammes nicht zu unterstützen. Der Technologiekonzern wird zusammen mit der Firma Voith voraussichtlich Turbinen und Generatoren für das Großprojekt liefern. Auch Sie können sich hier online beteiligen und mit #STOPSIEMENS.

Sollten die Planungen in die Tat umgesetzt werden gehen dem Volk der Munduruku die überlebenswichtigen Fischgründe verloren. Viele Völker haben bereits durch Staudammprojekte ihre angestammte Heimat verlassen müssen und leben mehr schlecht als recht in Städten. Oft gehen mit der Umsiedlung massiven soziale Probleme einher.

Als virtuellen Schutzraum für die Munduruku bildete Greenpeace eine Online-Menschenkette rund um den Globus. Dazu konnten sich interessierte Bürger*innen in eine Liste eintragen um damit einen wichtigen Teil dieser Kette zu bilden.

 

© C.Weber, L.Naendrup-Poell

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