MS will keine Tiefseebohrungen

Media

Aktivisten von Greenpeace Münster protestieren vor der Ludgerikirche

Münster, 07.08.2010 – „Herr Brüderle, Münster will keine Tiefseebohrungen“ lautet die Botschaft eines leuchtend gelben fünf Meter langen Banners. Gehalten wird es von Greenpeace-Aktivisten vor der Ludgerikirche um die Bundesregierung zum Handeln gegen weitere Tiefseebohrungen zu bewegen. Viele Passanten schließen sich der Forderung von Greenpeace an und unterschreiben auf dem Banner. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die Möglichkeit, über die für den Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks zuständige OSPAR-Konferenz Tiefseebohrungen verbieten zu lassen. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt, dass Tiefseebohrungen nicht beherrschbar sind. Deshalb müssen auch in der Nordsee und im Nordostatlantik Bohrungen in Tiefen unterhalb von 200 Metern eingestellt werden.

„Auch Deutschland muss Verantwortung übernehmen und Maßnahmen gegen Tiefseebohrungen ergreifen“, sagt Sabine Baumkötter, Sprecherin der Greenpeace Gruppe Münster. „Hierfür muss Herr Brüderle zusammen mit dem Umweltminister Röttgen auf dem Treffen der für den Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks zuständigen Minister (OSPAR) im September einen Antrag für ein Verbot von weiteren Tiefseebohrungen einbringen.“ Das Verbot muss für eine Tiefe ab 200 Metern gelten, da Taucher dort nur noch eingeschränkt arbeiten können.

In einem Brief fordert Greenpeace Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) auf, die bevorstehende Sitzung der OSPAR (Oslo-Paris-Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks) dafür zu nutzen einen Antrag für ein sofortiges Verbot von Tiefsee-Ölbohrungen einzubringen. Das Treffen findet vom 20. bis 24. September 2010 im norwegischen Bergen statt.

Das 1998 in Kraft getretene OSPAR-Übereinkommen ersetzt die früheren Übereinkommen von OSlo (1972) und PARis (1974). Zu den sechs OSPAR-Arbeitsbereichen zählt auch die Offshore Öl- und Gasindustrie. Bekannt wurde OSPAR 1998 durch ein grundsätzliches Verbot der Abfallbeseitigung auf See. Die OSPAR-Konferenz kann Empfehlungen oder verbindliche Beschlüsse verabschieden. Diese gelten für die Nordsee und den Nordostatlantik.