LWL & RWE bremsen Energiewende

Media

Greenpeace und Fossil Free protestieren gegen klimafeindliche Investitionen des Landschaftsverbandes und fordern ethisch-ökologische Anlagerichtlinien

Münster, 18.03.2016 - Am Freitagmorgen entschied sich der Hauptausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gegen einen Verkauf der klimaschädlichen RWE-Aktien und folgte auch nicht dem Antrag die Möglichkeit eines Verkaufs zu prüfen. Die Abgeordneten von SPD und CDU stimmten, trotz monatelangem Protest von Klimaschützer*innen, gegen den Antrag der Grünen, gestützt von FDP und Linke.

Noch vor der Sitzung empfingen Klima-Aktivist*innen die Mitglieder des Landschaftsausschusses im Foyer des LWL mit einer über sieben Meter großen schwarzen “Kohlenstoffblase“. Sie fordern den Landschaftsverband Westfalen-Lippe auf, ihre RWE-Aktien im Wert von €19 Millionen zu verkaufen und Investitionen nach nachhaltigen Kriterien zu tätigen. Die Kohlenstoffblase steht für den drohenden Wertverlust wegen der massiven Überbewertung fossiler Energieträger.

„Wir können nicht verstehen, warum der LWL noch immer an den RWE-Aktien festhält. Der LWL stützt damit einen Kohlekonzern, der die Energiewende ausbremst, unser Klima anheizt und unsere Landschaft zerstört,“ so Lea Naendrup-Poell von Fossil Free Münster. RWE gewinnt über 77% seines Stroms aus Kohlekraftwerken.

„Spätestens nach dem UN-Klimagipfel von Paris sollte auch den Fraktionen von SPD und CDU im LWL klar sein, dass RWE-Aktien keine sichere Finanzanlage mehr sind. Denn das Klimaschutzabkommen verlangt einen raschen und konsequenten Ausstieg aus fossilen Energien“, so Marina Minor von Greenpeace Münster.

Aus der Presse erfuhr der LWL, dass RWE die diesjährige Dividende vollständig streichen will. „Die Streichung der Dividende ist bitter, war aber lange absehbar. Im Jahr 2016 verlor der LWL durch das Ausbleiben der Dividende etwa 42 Millionen Euro. Dieses Geld kann besser eingesetzt werden. Wir fordern den LWL auf, alle RWE-Aktien umgehend abzustoßen“, so Minor weiter.

Seit Anfang des Jahres fordern Greenpeace und Fossil Free die Kommunen in NRW auf, alle direkten und indirekten Investments wie Aktien, Mischfonds, Unternehmensanleihen und sonstige Kapitalanlagen in die 200 größten Erdöl-, Erdgas- und Kohleunternehmen der Welt abzustoßen. Die Stadt Münster ist dieser Forderung im November 2015 nachgekommen. Im Januar 2016 beschloss auch der NRW-Landtag den Landes-Pensionsfonds in Zukunft „klimafreundlich” anzulegen. „Wir freuen uns, dass sich die restlichen Parteien im LWL für ein Divestment einsetzen. Wir werden weiter am Ball bleiben und den LWL überzeugen, die klimaschädlichen Investitionen fallen zu lassen“, so Lea Naendrup-Poell.

Publikationen

Weiterführende Links

RWE hat Verluste selbst verschuldet
Studie „Der Plan“ für Deutschland: 100 Prozent Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050