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Greenpeace Münster warnt vor unsicherem Endlager in Gorleben

Münster, 19.11.2005 – Aktivisten von Greenpeace Münster rollen heute Atommüllfässer durch die Münsteraner Fußgängerzonen. In Schutzanzügen und mit Gasmasken bekleidet, machen sie die Bevölkerung auf den an diesem Wochenende stattfinden Castor-Transport nach Gorleben aufmerksam. Die Greenpeacer informieren dabei Passanten über die Gefahren des geplanten Atommüllendlagers in Gorleben.

„Da der Salzstock in Gorleben nicht vom Grundwasser abgeschirmt ist, besteht die Gefahr einer Verseuchung des Trinkwassers“, erklärt Christoph Sievers, Energieexperte von Greenpeace Münster. „Gorleben ist kein sicheres Lager für diesen hochradioaktiven Müll. Den Energiekonzernen scheint dies egal zu sein. Sie suchen jedenfalls nicht nach einem alternativen Endlagerstandort, der besser geeignet wäre.“

Ein sicheres Endlager muss über mehrere Barrieren verfügen. Neben technischen Barrieren wie Abfallbehältern und Verfüllmaterial gehören dazu vor allem natürliche Barrieren. Diese sind in Gorleben aber nicht vorhanden, da ein Kontakt zwischen Salzstock und Grundwasser besteht. Dabei hängt die Langzeitsicherheit einer Atommülldeponie davon ab, dass eben dieser Kontakt für Hunderttausende von Jahren ausgeschlossen sein muss.

Die Suche nach einem alternativen Endlager kostet mehrere Hundert Millionen Euro. Diese Kosten müssten eigentlich die Atomkonzerne zahlen, da sie für die Entsorgung des Strahlenmülls zuständig sind. „Die Atomkonzerne wollen nicht zahlen, da bereits weit über eine Milliarde Euro in Gorleben investiert wurde – und unsere Politiker haben nicht den Mumm, ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen“, so Sievers weiter. „Dieses Versäumnis ist verantwortungslos. Die Suppe, die uns die Politiker heute einbrocken, müssen unsere Kinder einmal auslöffeln.“

Oberirdisch wurde in Gorleben ein Zwischenlager eingerichtet, in das seit 1995 hoch-radioaktiver Atommüll eingelagert wird. Mit jedem Atomtransport in das Zwischenlager versuchen Industrie und Regierung, das geplante Endlager in Gorleben zu zementieren, befürchten die Umweltschützer.

Sie wollen den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie? Wechseln sie doch ganz einfach ihren Stromanbieter. Ökostrom gibt es z.B. bei den Stadtwerken Münster oder bei Greenpeace Energy.