Fest der Liebe

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Münster, 21.12.2016. Kurz vor Weihnachten machte Greenpeace mit einer Banneraktion durch die Innenstadt Münsters aufmerksam auf die Folgen des grenzenlosen Konsums. Der Bannerspruch „Fest der Liebe, Nicht des Konsums“ erinnerte dabei an die eigentliche Botschaft von Weihnachten.

Das Weihnachtsfest geriet über die Jahrhunderte hinweg zu einem Fest des Konsums. Und dies, obwohl die Konsequenzen der Konsum- und Wegwerfgesellschaft immer offensichtlicher werden. Die Palette reicht dabei von Plastikmüllfeldern an Stränden, über Müllstrudel auf den Weltmeeren, dem Klimawandel sowie die Verschwendung wichtiger Ressourcen bis hin zu sozialen Problemen bei der Förderung dieser Ressourcen und der Produktion der Waren.

Meerestiere verenden an Plastikteilen, die sich bereits heute zu Millionen in den weltweiten Gewässern befinden. Darüber hinaus gelangen über die Nahrungskette giftige Zusatzstoffe wie Weichmacher, Stabilisatoren und Farbstoffe, die im Plastik enthalten sind, bis zu uns Menschen. Außerdem können auf diese Weise auch Krankheitserreger über Tausende von Kilometern verbreitet werden.

Der fortschreitende Klimawandel hat so stark an Fahrt aufgenommen, dass kommende Generationen massiv unter Landverlust und Dürren leiden werden. Der zunehmende globale Temperaturanstieg sowie der massive Abbau von Eismassen sprechen eine deutliche Sprache. Gelingt es uns nicht, den Temperaturanstieg auf unter 1,5°C zu begrenzen, werden Veränderungen irreversibel und die Erde in vielen Gebieten kaum mehr bewohnbar sein.

Zu den Ressourcen, die allmählich zu Neige gehen, gehören nicht nur Erdöl und Erdgas, sondern auch die sogenannten seltenen Erden, welche für die Herstellung von elektronischen Geräten benötigt werden. Diese finden sich zudem in Windkrafträdern sowie Photovoltaikanlagen und sind somit tragischerweise auch für die notwendige Energiewende hin zu regenerativen Energieträgern vonnöten.

Die vielen Unfälle in Bergwerken und Industriebetrieben sowie die miserablen Arbeitsbedingungen bei inakzeptabler Entlohnung ergänzen die Gründen, den Konsum von Neuwaren auf das Notwendigste zu beschränken und dagegen bevorzugt auf Reparatur, Verleih und Tausch zu setzen. Dies kann zu Preiserhöhungen von Neuwaren führen, doch falls dadurch Arbeiter fair entlohnt, Ressourcen geschont und der Klimawandel gebremst werden kann, dann ist dies der Preis, den wir zahlen müssen. Denn es ist noch nicht zu spät! Lieber jetzt handeln, lieber handeln, solange das Schlimmste noch verhindert werden kann!

Und last but not least: Liebe

Schenken wir unseren Freunden, Verwandten und einfach unseren Mitmenschen etwas, das nicht mit Geld bezahlbar ist: Liebe und Wertschätzung, nicht nur zu Weihnachten.

Die Resonanz der Aktion war positiv und führte zu einigen interessanten Gesprächen.

© Jan. 2017, C.Weber, A.R.Ruhe