Eine Wache mahnt an Tschernobyl

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Münster, 25.04.2016 18:00 Uhr - Anlässlich des 30.Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl versammelten sich rund 100 Menschen am Münsteraner Rathaus um gemeinsam der Katastrophe von Tschernobyl zu gedenken.

1986 explodierte Reaktor 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl mit, noch immer nicht in Gänze absehbaren, Folgen für Mensch und Umwelt. Dabei war es zum verheerendsten größten anzunehmenden Atomunfall (GAU) der Geschichte gekommen, bei dem große Mengen radioaktiven Materials bis in mehrere Kilometer Höhe freigesetzt wurde. Radioaktive Partikel wurden über grosse Teile Europas verteilt. Tausende Menschen starben bei den Bemühungen noch weit schwerwiegendere Folgen zu verhindern und bei den Aufräumarbeiten.

Auch heute noch leben 15 Millionen Menschen in einem Gebiet, welches als kontaminiert gilt. Tiere, die in der 30-km-Sperrzone um Tschernobyl  leben, weisen eine höhere Sterblichkeit, eine geringere Fruchtbarkeit und überdurchschnittlich häufig genetische Mutationen auf. Statt die Überlebenden der Katastrophe angemessen zu entschädigen, wollen Atomindustrie und Regierungen in der Ukraine, Weißrussland und Russland erneut Milliarden in Atomkraft-Projekte stecken.

Mit lebendigen Erinnerungen an ihre Zeit als Liquidator*innen bereicherten Yauhenia Filamenko aus Weißrussland und Sergej Iwanowitsch  Romantschenko aus der Ukraine unser Gedenken.

Matthias Eickhoff vom SofA (Sofortiger Atomausstieg Münster) machte in  seiner Rede zudem deutlich, dass auch in Deutschland, trotz des sogenannten Atomausstieges, noch Einiges zu tun ist. Auch wenn bis 2022  alle noch laufenden Atomkraftwerke abgeschaltet werden sollen, werden doch andere der Atomindustrie dienliche Anlagen unbegrenzt weiterlaufen, so zum Beispiel die Urananreicherungsanlage von Urenco in Gronau, die jedes zehnte Atomkraftwerk der Welt mit angereichertem Uran versorgt, darunter auch die belgischen Schrottreaktoren in Tihange und Doel. Dessen Betreiber, das belgische Unternehmen Electrabel, ist am Bau weiterer Kernkraftwerke in der Ukraine beteiligt.

 Atomausstieg bleibt also weiterhin mühevolle Handarbeit! Helfen Sie mit!

 

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