Ein Kanal voller Plastik

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Parallel zu der "Aktion sauberes Münster" der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster sammelten auch die Greenpeace Aktivisten in Münster. Der Schwerpunkt lag dabei auf sauberen Gewässern, wodurch der Dortmund-Ems-Kanal in den Mittelpunkt rückte.

Münster, den 12.03.2016 - Letzten Samstag beteiligten sich Aktivist*innen der Hauptgruppe und der Jugendlichen an einer Sammlung von Plastikmüll entlang der Ufer des Dortmund-Ems-Kanals. Die Aktion wurde anlässlich der Aktion sauberes Münster durchgeführt. Angesichts der massiven Auswirkungen von Mikroplastik auf das Meeresökosystem lag der Schwerpunkt der  Greenpeacer*innen aus Münster bei den Gewässern. Somit bot sich der Kanal als Sammelort an. Zahlreiche kleinere Plastikteile, aber auch größere Gegenstände aus Kunststoff wie eine Frisbeescheibe, Farbeimer und ein Plastikportemonnaie fanden den Weg in den Sammelkorb. Präsentiert wird die Kollektion am kommenden Samstag, den 19.03.2016.

Hintergrund der Sammelaktion: Plastikmüll macht vielen Meeresbewohnern Probleme, z.B.  Fischen, Walen, Robben, Schildkröten oder Seevögeln. Sie können sich beispielsweise in Plastik verheddern und ertrinken. Zudem können verschluckte Teile den Verdauungstrakt verstopfen, sodass die Tiere verhungern. Überdies reichern sich in Kunststoff Giftstoffe an wie beispielsweise Weichmacher und andere Zusätze.

Ob als unsichtbares Mikroplastik oder riesige Geisternetze – Plastikmüll im Meer ist ein globales Umweltproblem. Allein von Land aus gelangen jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle in die Ozeane. Unsere Meere verkommen zum Plastikendlager. Nicht nur für zahlreiche Meerestiere birgt das Gefahren. Spätestens über die Nahrungskette landen Kunststoffpartikel samt Giftfracht wieder bei den Verursacher*innen.

Plastiktüten sind das klassische Symbol für die Vermüllung der Meere. Und doch ist der schnelle Griff zur Einwegtüte für viele noch immer die Regel - entweder bereits am Obst- und Gemüseregal, oder spätestens an der Kasse. Die Politik hat zwar das Problem erkannt, doch fehlen noch konsequente gesetzlichen Lösungen. Die EU verlangt, den Jahresverbrauch bis 2025 auf unter 40 Tüten pro Kopf zu reduzieren. Das ist bestenfalls ein schwacher Anfang. Die Bundesregierung setzt blauäugig auf eine freiwillige Verpflichtung von Handel und Verbraucher*innen. Dabei macht Irland vor, wie es geht: Dort gelang es binnen weniger Monate den Jahresverbrauch pro Kopf um 95 Prozent von 328 auf 18 Plastiktüten zu senken, schlicht und ergreifend mit 44 Cent Abgabegebühr.



© C.Weber

 

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