Beluga machte Welle in Münster

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Münster, 18.04.2016 - Dieses Wochenende startete das Greenpeace Schiff Beluga seine Tour "#wellemachen" in Münster.  Neugierige Besucher*Innen hatten die Gelegenheit das Schiff kennenzulernen und sich über Meeresschutzgebiete, Ölförderung im Wattenmeer und vor allem, anhand von teilweise kunstvollen Anschauungsobjekten, über das Thema Plastik im Meer zu informieren. Kurz zuvor hatte die Beluga im Wattenmeer gegen die Ölförderung der DEA protestiert.

Bei den Besichtigungstouren lernten die Besucher*Innen am Heck alles vom Anker, über das Steuer bis hin zur Navigation des 33 m langen Schiffes kennen. In der Messe bekamen die Interessierten zahlreiche Exponate aus Plastik zu sehen, die Greenpeace im Laufe der Zeit gesammelt hat. Die Pallette reichte dabei von Schutznetzen für Treibnetze über Schaumstoffteile, von den Netzen selbst über Flaschen zu Getränkekisten. Sie waren zu Kunstobjekten gestaltet worden und hingen als Krabben aus Netzen oder Quallen aus Schaumstoff von den Wänden und der Decke. Ein Kurzfilm zeigte den Aufwand einen simplen kleinen Plastiklöffel herzustellen, inklusive der Suche nach Ölquellen, Raffination, Herstellung des Plastiks und Löffels, dessen Verpackung aus Plastik und sämtliche Transportwege auf LKW und Containerschiff. Der Film gipfelte sinngemäss in der Frage, wieviel einfacher es doch ist einen Metallöffel abzuspülen. Am Bug wurde Greenpeace als Organisation vorgestellt und auch die Mitmachmöglichkeiten als Förderer, bei einer lokalen Gruppe, den Jugengruppen oder den jüngsten Mitstreiter*Innen, den Greenteams.

Nach der Tour bot der Stand bereits zahlreiche Möglichkeiten mitzumachen. So konnten die Passant*Innen verschiedene Plastikgegenstände auf einem Zeitstrahl ihrer Verfallszeit anordnen.

Allerdings sind alle Zerfallsprodukte noch gefährlich genug. Es handelt sich um Mikroplastik, welches immer noch massive Probleme verursachen kann unter anderem wegen der meist eingesetzten Zusatzstoffe wie Schwermetalle und als Hormone wirksame Weichmacher.

Aus drei Tuben Peelingcreme gelang es Greenpeace grosse Mengen kleinster Plastikpartikel zu extrahieren. Die natürlichen Alternativen waren ebenfalls am Stand zu sehen und luden zu Spekulationen und Fragen über deren Zusammensetzung ein. Die Rezepte zum Selbermachen sollen in Kürze in einem Flyer verraten werden. 

Ein Memory bot die Möglichkeit zu demonstrieren wie Plastikverpackungen auf einfache Weise vermieden werden können. So musste einem Bild mit Zucchini in Hemdchenbeuteln ein Bild mit Zucchini ohne diese Verpackung, ein Coffee to Go Becher einem verschliessbaren Kaffeebecher zugeordnet werden und Vieles mehr. Nicht nur Kinder versuchten sich an diesem anspruchsvollen Spiel.

Auf einer Unterschriftenliste verliehen sehr viele Besucher*Innen unseren Forderungen Nachdruck.

Die Forderungen:

  • Ein Netzwerk von großflächigen Meeresschutzgebieten, das mindestens 40 Prozent der Meere umfasst
  • Ein sofortiges Verbot jeglicher Art der Tiefseeausbeutung auf Hoher See
  • Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-(FFH)Richtlinie auf nationaler Ebene
  • Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie auf nationaler Ebene: Bis 2020 sollen 10 % der Meere Schutzgebiete sein (40% wären GP-Wunschvorstellungen)
  • Weg von der linearen Wegwerfwirtschaft hin zur echten Kreislaufwirtschaft
  • Senken des Plastikverbrauch nach den 5 R-Prinzipien: Refuse, Reduce, Reuse, Repurpose, Recycle (d.h. Vermeiden, Reduzieren, Wiederverwenden, mit neuem Zweck einsetzen, Recyceln)
  • gesetzliches Verbot von Einwegtragetaschen (d.h. der „klassischen“Einkaufstüten an der Kasse)
  • gesetzliche Besteuerung von dünnwandigen Knotenbeuteln (z.B. Obst- & Gemüsetüten)
  • gesetzliches Verbot von Mikroplastik in Kosmetika (kurzfristig)
  • gesetzliches Verbot von sämtlichen Plastiksubstanzen in Kosmetika (langfristig)

 

Dies können  Sie selbst tun:

  • Werden Sie hier Meeresschützer
  • Reduzieren Sie privat unnötiges Plastik, achten Sie beim Kauf von Kosmetik auf die Inhaltsstoffe und kaufen Sie mit Ihrem Rucksack, Korb oder Ihrer Stofftasche ein
  • Werden Sie mit aktiv, befreien Sie Ihre unmittelbare Umwelt von Müll
  • Nehmen Sie sich Zeit beim Kaffeetrinken, verwenden Sie Ihren ausspülbaren Thermobecher und vermeiden Sie "To Go Becher"
  • Sammeln Sie Müll und trennen Sie diesen
  • Reparieren Sie defekte Produkte, gestalten Sie sie um oder machen Sie Ihr persönliches Upcycling.

 

© C.Weber

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