5 Jahre Fukushima,ein Jahrestag

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Zwei Jahre bezog Japan seine elektrische Energie ohne größere Probleme nicht aus Kernkraftwerken. Dann fuhr es zwei Kraftwerke in teilweise erdbebengefährdeten Gebieten hoch,als habe man nichts gelernt. Grund genug auf die Straße zu gehen - auch angesichts der neuerlichen Informationen zu dem Vorfall im Jahr 2014 in Fessenheim in der Nähe von Freiburg, bei dem ein Reaktor nach einem Vorfall wegen eines Wasserschadens zeitweise blind gefahren werden musste.

Münster, den 05.03.2016: Anlässlich des 5. Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Fukushima protestierte die Greenpeace Gruppe Münster gegen den weiteren Betrieb japanischer Kernreaktoren. Am Stand in der Ludgeristraße wurde mit Flyern zum Thema informiert und Protestpostkarten an den japanischen Botschafter wurden gesammelt. Dabei erinnerten die Greenpeace-Aktivisten zusammen mit  KollegInnen in mehr als 40 deutschen Städten an den katastrophalen Atomunfall im japanischen Fukushima vor fünf Jahren. Die Umweltschützer appellierten an die japanische Regierung, die Bevölkerung nicht weiter dem atomaren Risiko auszusetzen und alle Reaktoren endgültig abzuschalten. In einem aktuellen Report informierte Greenpeace über die gravierenden Umweltfolgen der Atomkatastrophe. „Die Folgen von Fukushima werden noch Jahrhunderte andauern“, sagt Heinz Smital, Kernphysiker und Atomexperte von Greenpeace. „Hunderttausende Menschen sind betroffen, weite Regionen an der Ostküste Japans bleiben radioaktiv belastet. Die Abe-Regierung täuscht vor, alles unter Kontrolle zu haben. Doch das ist eine Farce und eine Missachtung der Opfer.“

Greenpeace legte eine Analyse der gravierenden Umweltfolgen des Atomunfalls vor. Durch Schneeschmelzen, Wind und Regen breitet sich die Kontamination aus der Vegetation in den Wäldern, im Süßwasser und in den Küstenökosystemen aus. Wissenschaftler fanden Mutationen sowohl in japanischen Tannen und Zedern, im Gras und in Schmetterlingspopulationen, DNA-geschädigte Würmer, Cäsium-Belastung in Süßwasserfischen, verminderte Fruchtbarkeit von Schwalben und radioaktive Kontamination eines der wichtigsten Ökosysteme – den Flussmündungen. „Von den Bergen wird die Radioaktivität zurückkehren“, sagte Smital. „Ein Super-GAU lässt sich nicht einfach wieder aufräumen.“

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Greenpeace fordert

  • Kein Wiederanfahren weiterer Atomreaktoren in Japan
  • Weltweite Energiewende: Weg von gefährlicher Atomkraft und schädlicher Kohle, hin zu Erneuerbaren Energien
  • Kein Neubau von Atomkraftwerken, keine Laufzeitverlängerungen für alte Reaktoren und sofortige Stilllegung von Atomkraftwerken mit besonderen Sicherheitsrisiken

© L Naendrup-Poell,  C.Weber

Publikationen

Weiterführende Links

Zu den Informationen auf der Seite von Greenpeace Deutschland
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