Veggietag

Medien

Viele Menschen halten den verkehrsbedingten CO2-Ausstoß für eines der größten Probleme im Umweltbereich. Nur wenige wussten bisher, dass der hohe Fleischkonsum in den westlichen Ländern einen weitaus größeren Beitrag zum gesamten Kohlenstoffdioxid-Ausstoß der Erde verursacht, als der gesamte Güter- und Individualverkehr, nämlich 18 % (das World Watch Institute geht sogar von 51 % aus). Daher entschied sich Greenpeace Münster dazu, eine Kampagne zu starten.

Die Idee entstand bereits 2009 inspiriert durch den vegetarischen Donnerstag in Gent. Nachfolgende Recherchen ergaben: Wenn alle Münsteraner einmal in der Woche auf Fleisch verzichten, entspräche dies 20 000 Autos, die das ganze Jahr in der Garage blieben. Schnell wurde klar, dass der Veggietag in Münster einzigartig werden sollte – ein Ratsbeschluss musste her.
Nachdem sich mehrere Initiativen angeschlossen hatten (so z.B. der Veggietreff und der Tierrechtstreff Münster, das Institut für theologische Zoologie u.v.a.) und auch die Ratsfraktionen positiv auf die Idee reagierten, wurde ein regelmäßiger runder Tisch für alle Beteiligten etabliert. Dort wurde ein Ratsantrag ausgearbeitet, der in den Rat, zusammen mit 1600 von Greenpeace gesammelten Unterschriften, eingebracht und angenommen wurde.
Die Auftaktveranstaltung am 16. Juli 2011 war ein voller Erfolg. Sowohl lokale als auch überregionale Medien berichteten über den bundesweit einmaligen Ratsbeschluss und die Veranstaltung.

Ziel der Initiative ist die Einführung eines freiwilligen vegetarischen Tages, eines sogenannten „Veggietages“ in Münster. Jeden Donnerstag soll in teilnehmenden Mensen, Kantinen und Restaurants das vegetarische Angebot erhöht und besonders beworben werden.
Dabei soll es nicht darum gehen, Menschen das Fleischessen zu verbieten, vielmehr soll über die Problematik aufgeklärt werden, sodass jeder selbstständig daraus seine Konsequenzen ziehen kann. Auch soll gezeigt werden, dass es bei fleisch- und fischlosen Gerichte ein vielfältiges Angebot gibt. Der Fleischkonsum muss in den nächsten Jahren auf ein nachhaltiges Maß gesenkt werden, dies halten wir insbesondere für die Stadt Münster für ein wichtiges Thema, denn ohne solche Maßnahmen werden die selbstgesetzten Klimaziele der Stadt nicht erreicht werden. Es muss deutlich weniger, dafür qualitativ deutlich hochwertigeres Fleisch gegessen werden. Dies dient nicht nur der Umwelt, sondern auch den Tieren, der eigenen Gesundheit und anderen Menschen.

Gründe für den Veggietag

Donnerstag Veggietag – für die Gesundheit

In Deutschland werden zu wenig Obst und Gemüse und stattdessen zu viele tierische Produkte gegessen. Die hohe Zufuhr an tierischen Fetten trägt zu vielen chronischen Krankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Krebs bei. Eine vegetarische Kost dagegen ist reich an Obst und Gemüse und deshalb nicht nur gesünder, sondern auch lecker und abwechslungsreich.

Donnerstag Veggietag – für die Umwelt

Die Erzeugung tierischer Lebensmittel bringt negative Konsequenzen für die Umwelt mit sich. 18 % der weltweiten Treibhausgase sind auf die Produktion von Fleisch, Fisch und Milch zurückzuführen – mehr als alle Transport- und Verkehrsabgase zusammen.

Donnerstag Veggietag – für die Tiere

Im Laufe seines Lebens isst jeder Deutsche durchschnittlich 4 Rinder, 46 Schweine und 945 Hühner; hinzu kommen unzählige weitere Fische, Kaninchen, Puten oder Gänse. Jeder Tag ohne Fleischverzehr hilft, Tierleben zu retten. Außerdem wird so den Tieren die Qual von Aufzucht und Transport erspart.

Donnerstag Veggietag – für andere Menschen

Die Herstellung von Fleisch ist ineffizient und verschwendet Ressourcen. Ein Großteil der weltweiten Getreide- und Sojaproduktion wird als Tierfutter verwendet, während gleichzeitig etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt an Hunger leiden. Anstatt diese Fläche für die Futtermittelproduktion zu verwenden, könnte man damit deutlich mehr Menschen direkt ernähren.

Publikationen

  • PDF icon RatsantragPDF |26.81 KBRatsantrag: Vegetarischer Donnerstag in Münster – für Klima, Mensch, Umwelt und Tier