Tierleid beenden

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Münster, 03.02.2018: Am Samstagmittag zieht ein Demonstrationszug durch Münsters Innenstadt und ruft: „Tierleid stopp, das ist top, Tierschutz ja, alles klar, keine Masse, sondern Klasse.“ Ein Schweinchenkostüm begleitet den Zug. Viele Passanten bleiben stehen und nehmen Flyer mit Informationen zur Tierhaltung und zur Kennzeichnungsabsicht von Lidl entgegen. Auf 30 Schildern steht geschrieben: Lidl, Tierleid beenden. Greenpeace Münster hatte aufgerufen, gegen Tierleid und für besseren Tierschutz zu demonstrieren.

Nach über 400 Protest-Aktionen von Greenpeace-Aktivisten und Ehrenamtlichen vor und in Lidl-Filialen sowie nach tausenden Unterschriften von Verbrauchern für eine bessere Tierhaltung versprach Lidl vor 2 Tagen endlich mehr Transparenz. „Das ist ein wichtiger Erfolg für uns alle, aber erst ein Anfang“, so Brigitte Stork von Greenpeace Münster. „Für mich als Verbraucherin ist damit das Tierleid nicht beendet.“

Wo steckt Tierleid drin? Wie haben die Tiere gelebt? Das will Lidl ab April durch eine Kennzeichnung von 1 bis 4 auf allen Verpackungen der Lidl-Marken offenlegen. Fleisch der Stufe 1 entspricht bei Lidl dem gesetzlichen Mindeststandard, das der Stufe 2 den Kriterien der Initiative Tierwohl. Die Stufe 3 bedeutet mehr Auslauf für die Tiere und kein Gentechnik-Futter und Stufe 4 entspricht den Bio-Standards, d.h. die Stufen 3 und 4 werden deutlich besser sein als konventionelle Massentierhaltung.

Die Stufen 1 und 2, also Mindeststandard und Initiative Tierwohl, widersprechen dem Tierschutzgesetz, wie ein von Greenpeace in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten eindeutig feststellt. Bewegungsfreiheit für die Tiere besteht nicht, Schwänzekupieren und Zähnekürzen finden bei Schweinen weiterhin routinemäßig statt. Die Ferkelkastration wird bis Ende 2018 ohne Betäubung durchgeführt. Eine Tierhaltung nach Mindeststandard und Initiative Tierwohl ist häufig verbunden mit Gentechnik-Futter aus Übersee und mit einem erhöhten Antibiotikaeinsatz. Die durch Massentierhaltung verursachte Gülle verschmutzt zudem unsere Gewässer.

Deshalb fordert Greenpeace :

  • Fleisch aus tierschutzwidriger Haltung muss komplett aus dem Sortiment verschwinden.
  • Der gesamte Handel muss Tierhaltung und Herkunft auf allen Fleischprodukten kennzeichnen und Landwirte sollen fair bezahlt werden.
  • Die nächste Bundesregierung muss eine verpflichtende Haltungskennzeichnung einführen, damit die Verwirrung durch unterschiedliche Label beendet wird.
     

Wir als Greenpeacer werden an diesem Thema dran bleiben. Die Tierhaltung wird sich nicht von heute auf morgen ändern, nur weil ein Marktteilnehmer kennzeichnet. Wir als Verbraucher und Verbraucherinnen haben es in der Hand. Ein neu gestarteter Chatbot  hilft VerbraucherInnen einen Überblick zu gewinnen. Zudem können sich Verbraucher hier informieren. Weniger ist mehr. In diesem Fall heißt es: Weniger Fleischkonsum aus artgerechter Tierhaltung oder kein Fleischkonsum ist mehr für die Tiere, für die eigene Gesundheit, für das Klima und für die Umwelt.

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