Schweinestall im Lidl Markt

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Münster, 13.12.2017 - Gegen die Tierhaltungsbedingungen bei der Lidl-Billigfleischmarke „Landjunker“ protestierten Greenpeace-Aktivisten am Mittwoch, den 13.12., am Lidl-Markt an der Friedrich-Ebert-Straße. Dazu verwandelten sie den Markt optisch in einen konventionellen Schweinestall. Großflächig auf die Fenster geklebte Fotos zeigten die Tiere in ihren engen Ställen, über Lautsprecher ist das aufgeregte Quieken vieler Schweine zu hören, es klang, als würden die Kunden direkt in einem Mastbetrieb einkaufen gehen. Kletterer befestigten ein Banner mit der Aufschrift „Lidl lässt Schweine leiden“ über dem Haupteingang. „Für Discounter-Billigfleisch leiden Tiere millionenfach in deutschen Ställen“, sagte Lukas Reinhardt von Greenpeace Münster. „Zu viel Gülle verschmutzt unser Trinkwasser und der hohe Einsatz von Antibiotika sorgt für immer mehr multiresistente Keime in der Umwelt. Lidl muss umdenken und kurzfristiges Profitdenken hintenanstellen. Langfristig nutzen bessere Haltungsbedingungen allen Beteiligten, gerade hier im landwirtschaftlich geprägten Münsterland.“

Konventionelle Haltung verstößt gegen das Tierschutzgesetz

In einem Rechtsgutachten hatte Greenpeace die Zustände in der Schweinehaltung genau beleuchtet und kam darin zu dem Schluss, dass die derzeit gesetzlich zulässigen Standards gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Sie wird den Bedürfnissen der Schweine nicht gerecht: Statt acht Stunden Wühlen auf der Suche nach Pilzen, Wurzeln und Würmern bekommen die meisten Schweine zweimal täglich Futter vor die Nase gekippt – und vertilgen dieses in wenigen Minuten im Streit mit dicht stehenden Nachbarn. Daneben ist ihr Leben öde (lesen Sie hier das vollständige Rechtsgutachten). Das Bundesland Berlin folgt der Argumentation des Rechtsgutachtens und will mit einer Normenkontrollklage bessere Haltungsbedingungen erreichen.

Tierwohl-Siegel führt in die Irre

Bessere Haltungsbedingungen suggeriert auch das Siegel der „Initiative Tierwohl“, das Supermärkte wie Lidl und Aldi auf ihre Fleischverpackungen drucken lassen. Doch die „Tierwohl“-Vorgaben genügen den Anforderungen des Tierschutzgesetzes ebenfalls nicht: Zu niedrig sind die Standards. Dazu kommt: Obwohl nur ein Bruchteil des Lidl-Schweinefleisches wirklich aus „Tierwohl“-Haltung stammt, wird das Logo auf alle Produkte gedruckt. Das Bundeskartellamt fordert daher Nachbesserungen.

Die zahlreichen Label und Siegel geben oft wenig Aufschluss über die Tierhaltungsbedingungen. Deshalb schafft Greenpeace auch online mehr Transparenz über Standards und Defizite bei der Fleischkennzeichnung. Ein neu gestarteter Chatbot  hilft VerbraucherInnen einen Überblick zu gewinnen. Zudem können sich Verbraucher hier informieren.

Weiterführende Links

Chatbot zur Verbaucherinformation Information
Ratgeber zu Siegeln
Vollständiges Rechtsgutachten zur Schweinehaltung

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