Plastikflut stoppen!

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Was haben Bonbonpapiere, eine Einkaufstüte und ein Coffee-to-go-Becher gemeinsam? Sie enthalten alle Plastik und können durchs Wegwerfen in Flüsse und somit letztendlich ins Meer gelangen, so wie es bereits jährlich 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle tun. Das ist so viel, als würde jede Minute ein LKW Plastikabfälle ins Meer kippen. An den Badestränden allein auf Sylt werden jedes Jahr 600 Tonnen Müll von der Strandreinigung entfernt.

Auf diese Meeresverschmutzung durch die jeden Tag wachsende Plastikflut haben wir von der Greenpeace Jugend am Samstag, den 07.10.17, in der Münsteraner Innenstadt aufmerksam gemacht. Unsere Mahnwache mit selbst gestalteten Schildern erreichte viele Personen und wir verschenkten einige Jutebeutel, die eine einfach zu nutzende Alternative zu Plastiktüten sind.

Jeder Europäer benutzt im Durchschnitt etwa 176 Plastiktüten im Jahr. Besonders durch ihre kurze und meist einmalige Nutzung werden Plastiktüten zu einer großen Belastung für unsere Umwelt. Gelangen sie oder anderes Plastik in Flüsse und Meere, werden diese Kunststoffe nicht zersetzt, sondern lediglich über Jahre (teilweise Jahrhunderte) immer weiter zerkleinert, bis sie zu sogenanntem „Mikroplastik“ geworden sind. Während dieses Prozesses sondern die Kunststoffe zudem schädliche Weichmacher ins Wasser ab. Das Mikroplastik wird von den Meereslebewesen für Futter gehalten und gefressen, womit es über Fisch wieder auf unseren Tellern landet, ohne dass die Auswirkungen der Aufnahme des Mikroplastiks auf unseren Körper erforscht sind.

Bereits heute gibt es sogenannte Müllstrudel in den Meeren und viele Meeresbewohner verenden durch Plastikmüll. Zum Beispiel sind die Eissturmvögel auf den Nordseeinseln betroffen, die oft doppelt so viel Plastik im Magen haben wie verwertbares Futter.

Verantwortlich sind wir alle durch unseren Plastikkonsum, doch wir alle können auch etwas tun! Stoffbeutel statt Plastiktüten zu benutzen, wie wir bei unserer Mahnwache gezeigt haben, ist nur eine von vielen Möglichkeiten, denn auch Einwegverpackungen sind ein großes, aber vermeidbares Problem. Beim Einkauf können wir als Konsumenten zeigen, dass wir keine Plastikverpackungen wünschen und deshalb zu Alternativen greifen.

Statt Tüten für Obst und Gemüse kann man Netze aus Stoff verwenden und statt Coffee-to-go-Bechern kann man seine eigenen Becher mitbringen oder uns zum Kaffeetrinken ins Café setzen. Eine weitere Möglichkeit zur Vermeidung von Plastik ist der Einkauf im Unverpacktladen, von denen es sogar zwei in Münster gibt!

Insgesamt sehen wir auf eine gelungene Mahnwache am Samstag zurück, die uns viel Spaß gemacht hat, und hoffen, einige Passanten zum Überdenken ihres Plastikkonsums und zum Umdenken bewegt zu haben. Wir alle können unsere Macht als Verbraucher nutzen, denn jedes vermiedene Stück Plastik ist ein Schritt in die richtige Richtung!
 

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