Offener Brief

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Anregung gemäß § 24 Gemeindeordnung für das Land NRW 2016-00178

Sehr geehrter Herr Peck,

wir möchten Sie bitten, die Sorgen und Ängste zahlreicher Münsteraner Bürger und Bürgerinnen um eine umweltschonende und klimaverträgliche Landwirtschaft ernst zu nehmen.

Das Artensterben bei Insekten und Feldvögeln hat dramatische Ausmaße angenommen und bedroht den Fortbestand ganzer Ökosysteme. Als eine Ursache werden Pestizide genannt, die in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden und die auch Regenwürmer und Wasserorganismen schädigen. Zudem können Pestizide den Hormonhaushalt beim Menschen verändern und insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern neurotoxisch wirken. Glyphosat steht z.B. in Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Stadt Münster, ein Kooperationsbündnis von BUND, Greenpeace Münster und NABU Stadtverband, hatte bereits vor einem Jahr, am 16.11.2016, diesbezüglich eine Anregung in den Rat der Stadt Münster eingebracht.

Darin fordern das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Stadt Münster und weitere 2024 Münsteraner und Münsteranerinnen die Stadt Münster auf,

  1. eine rechtsverbindliche Regelung in ihren Pachtverträgen zu treffen, die den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide auf landwirtschaftlich genutzten Flächen beinhaltet,
  2. mit der Landwirtschaftskammer und der örtlichen Landwirtschaft darauf hinzuwirken, den Anteil des gentechnikfreien Landbaus ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden in der Stadt Münster zu erhöhen.

Die Anregung wurde an die Verwaltung, also an Ihr Dezernat, zur Bearbeitung weitergeleitet. Am 27.01.2017 baten wir Sie um einen Gesprächstermin, um unsere Argumente für eine pestizidfreie Stadt Münster ausführlicher und detaillierter zu erläutern. Am 17.02.2017 stellte man uns schriftlich einen Termin in Aussicht. Auf schriftliche und telefonische Nachfragen am 03.07.2017 und am 12.09.2017 erhielten wir keine Reaktion.

Münster als klimafreundliche Stadt nimmt seit 2016 am Modellprojekt „Global Nachhaltige Kommune in NRW“ teil. Der vorsorgende Umweltschutz gehört zu den Handlungsfeldern der zukünftigen Strategien. Thematische Leitlinien und strategische Entwicklungsziele zumThemenfeld „Natürliche Ressourcen und Umwelt“ wurden am 18.10. 2017 im Rat mehrheitlich beschlossen. Münster könnte als Großstadt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle spielen. Eine rechtsverbindliche Regelung in den Pachtverträgen hätte somit eine Signal- und Vorbildfunktion.

Setzen Sie Ratsbeschlüsse und ernstgemeinte Anregungen der Bürger und Bürgerinnen in Regelungen um und lassen diese nicht nur leere Worte sein. Wir bitten deshalb erneut, mögliche Details in einem Gespräch mit uns zu klären.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Brigitte Stork

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