Lidl hat die Wahl

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Münster, 13.06.2017 – Bei strahlendem Sonnenschein demonstrierten Aktive von Greenpeace Münster für eine bessere Tierhaltung und mehr Transparenz. Mit Plakaten, Fotobanner und Flyern informierten sie über die schockierenden Zustände in den riesigen Mastanlagen für Billigfleisch. Passanten konnten in der Ludgeristraße Postkarten unterschreiben und damit Lidl auffordern, in Zukunft nur noch Fleisch aus tiergerechterer und umweltschonender Produktion zu verkaufen. 189 Postkarten wurden gesammelt und in der Lidl-Filiale in Gievenbeck abgegeben. 
 
Die Produktion von Fleisch ist mitverantwortlich für die größten Umweltprobleme unserer Zeit. Das Ausmaß und die Dichte der Tierhaltung verschärfen den Klimawandel, den Verlust der Artenvielfalt sowie die Verschmutzung von Luft, Böden und Gewässern. Allein in Deutschland werden rund 27 Millionen Schweine gehalten. Dabei weisen die Regelungen der Nutztierhaltung im Bereich Tierwohl und Umweltschutz erhebliche Defizite auf und verstoßen sogar gegen das Tierschutzgesetz, wie ein von Greenpeace beauftragtes Rechtsgutachten belegt.
 
"Lidl muss den Verkauf von Fleisch aus rechtswidriger und tierquälerischer Haltung stoppen“, sagte Brigitte Stork von Greenpeace Münster. „ Jetzt kann der Discounter zum Vorreiter für bessere Tierhaltung werden oder er lässt Schweine weiterhin für sein Billigfleisch leiden. Lidl hat die Wahl.“
 
Die Tiere brauchen frisches Wasser und gesundes Futter. Sie sollten keine Schmerzen erleiden müssen und stress- und angstfrei leben können. Die Realität sieht oft anders aus: Die Schweine leben oft in extremer Enge - ein 110 kg schweres Schwein auf 0,75 m² - auf nacktem Spaltenboden und im eigenen Kot. Ihnen werden die Ringelschwänze betäubungslos gekürzt. Es gibt kaum Tageslicht, keine frische Luft und keine Möglichkeiten zu wühlen und zu spielen. Das führt häufig zu Krankheiten, Verletzungen und Verhaltensstörungen. 
 
Unsere Forderungen an Lidl:
  • Kennzeichnen Sie Tierhaltung und Herkunft auf allen Fleischprodukten.
  • Verpflichten Sie sich, in Zukunft nur noch Fleisch aus tiergerechterer und umweltschonender Produktion zu verkaufen.
  • Entwickeln Sie einen Aktionsplan für eine bessere Produktion des gesamten Sortiments an Frischfleisch – angefangen mit Schweinefleisch.
 
 
 

Weiterführende Links

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