Keine glückliche Sau bei Lidl

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Münster, 08.04.2017 - In der belebten Innenstadt Münsters informierten Greenpeace Aktive der Gruppe Münster über die Bedingungen bei der Schweinezucht für das Fleisch der Lidl Eigenmarke Landjunker.

Hierzu luden sie die interessierten Passanten ein, Postkarten auszufüllen und Lidl zu mehr Transparenz aufzufordern. Lidl wirbt gerne mit dem Tierwohl-Siegel, ohne diese ohnehin schwachen Vorgaben tatsächlich einzuhalten. Nach wie vor müssen die Schweine auf engstem Raum leben, mit wenig Licht und erhalten problematisches Futter. Da sie sich unter diesen Bedingungen gegenseitig verletzen, werden ihnen ihre Schwänze abgeschnitten. „Beim Kauf von Lidl-Fleisch weiß niemand, ob die Tiere leiden mussten, ob Antibiotika eingesetzt wurden oder gentechnisch verändertes Tierfutter im Trog gelandet ist. Das muss Lidl ändern“, sagt Anne Hockmann von Greenpeace Münster. „Wir fordern von Lidl, mit gutem Beispiel voranzugehen. Der Discounter soll freiwillig und ehrlich auf den Produkten seiner Eigenmarke Landjunker seine Kunden über die Herkunft und die Haltung der Tiere informieren.“

Dabei zeigt Lidl Dänemark, wie es besser geht. Dort wird unter dem Label „Wiking Meat“ Schweinefleisch angeboten, das ohne den Einsatz von gentechnisch verändertem Futter und Antibiotika produziert wird und ohne das die Schwänze abgeschnitten werden.
Das von Lidl beworbene Tierwohl Label erfüllt diese Bedingungen nicht, sondern lediglich die sehr laxen gesetzlichen Vorgaben. Lidl beteiligt sich an einem gnadenlosen Preiskampf auf Kosten der Zuchttiere und der Umwelt. Betroffen sind neben Schweinen auch Geflügeltierarten und Rinder.

Die Fleischproduktion ist verantwortlich für eine Reihe von Umweltproblemen. So fallen große Mengen an Gülle an, die auf den Feldern versprüht werden. Dabei werden gesundheitsschädliches Ammoniak und Stäube freigesetzt und das Grundwasser mit Nitrat belastet. Außerdem setzt die Viehwirtschaft CO2 und Methangas frei und heizt damit den Klimawandel an. Um das Ziel zu erreichen, den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen, muss der Fleischkonsum um mindestens die Hälfte reduziert werden. Ansonsten werden die Veränderungen des Weltklimas über Jahrtausende bestehen bleiben und ein Leben auf diesem Planeten unerträglich machen.

Das Feedback der Passanten war insbesondere ab Nachmittag sehr gut. 127 Interessierte folgten der Aufforderung, eine Postkarte mit Fragen zur Transparenz und Massentierhaltung an die Geschäftsführung von Lidl zu unterschreiben. Auch das Wetter spielte mit und bescherte angenehme Temperaturen und Sonnenschein.

Unsere Forderungen:

  • Lidl sorgt mit klarer Kennzeichnung für Transparenz bei der Tierhaltung und Herkunft auf allen Fleischprodukten
  • Lidl verpflichtet sich, in Zukunft nur noch Fleisch aus einer tiergerechteren und umweltschonenden Produktion zu verkaufen.
  • Lidl entwickelt einen Aktionsplan für eine bessere Produktion für das gesamte eigene Sortiment an Frischfleisch - angefangen mit Schweinefleisch.

Publikationen

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