Discounter täuschen Kunden

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Münster, 29.10. 2017 – Vor Billigfleisch aus Massentierhaltung mit schlimmen Folgen für Tiere und Umwelt warnten Greenpeace-Aktivisten am 28.10.2017 bei Lidl in zwei Münsteraner Filialen. Die Umweltschützer kennzeichneten Fleisch der Lidl Eigenmarke „Landjunker“ mit gelben Warnaufklebern. Auf denen stand „Mit Tierleid“ oder „Mit Antibiotika“. Die Protestaktion war Teil bundesweiter Aktivitäten in mehr als 56 Städten.
 
Mit Flyern wurden Verbraucher und Verbraucherinnen informiert: Enge, Dunkelheit, Dreck und Langeweile machen die Schweine krank. Laut eines Gutachtens, das von Greenpeace in Auftrag gegeben wurde, verstoßen die Haltungsbedingungen in der konventionellen Schweinemast gegen das  Tierschutzgesetz. Die massenhaft anfallende Gülle verschmutzt unser Trinkwasser und der hohe Einsatz von Antibiotika sorgt für immer mehr multiresistente Keime in der Umwelt. Auch die Brancheninitiative „Tierwohl“, mit der sich der Einzelhandel für bessere Haltungsbedingungen einsetzen will, entspricht nicht den Anforderungen des Tierschutzgesetzes. „Lidl brüstet sich mit dem Logo der Initiative Tierwohl. Doch das führt Verbraucher in die Irre. Nur ein Bruchteil der Produkte stammt wirklich aus besserer Haltung“ sagt Gertraude  Trosien-Peisker von Greenpeace Münster.  Selbst das Bundeskartellamt bemängelt dies und fordert vom Handel mehr Transparenz. Der Kunde müsse erkennen können, "welches Stück Fleisch nach welchen Tierwohlkriterien hergestellt wurde und ob dies gerade nicht der Fall war".
 
Greenpeace startet Onlineauskunft über Fleischsiegel
 
Zahlreiche Label und Siegel geben kaum Aufschluss über die Wahrheit hinter dem billigen Fleisch. „Die kommende Bundesregierung muss diese Lücke schließen und eine verbindliche transparente Fleischkennzeichnung mit klaren staatlichen Labeln einführen“, so Gertraude Trosien-Peisker. Um mehr Durchblick im privaten Labeldschungel zu erhalten, informiert Greenpeace jetzt verstärkt online über Standards und Defizite bei der Fleischkennzeichnung. Nutzer des Facebook Messengers können sich über die wichtigsten Kriterien von zehn Fleischsiegeln auf dem deutschen Markt schlau machen. Verbraucher können vergleichen, welche Haltungsbedingungen, schmerzhaften Eingriffe und Transportbedingungen von den Anbietern der Siegel erlaubt werden und was das für die Tiere bedeutet.
 
 
Unsere Forderungen an Lidl:
  • Vorlage eines Aktionsplans für eine bessere Produktion des gesamten eigenen Sortiments an Frischfleisch,
  • nur noch Fleisch aus tiergerechterer und umweltschonender Produktion im Verkauf,
  • klare Kennzeichnung der Tierhaltung und Herkunft auf allen Fleischprodukten,
  • Förderung fleischloser Alternativen und Verzicht auf Billigfleisch-Angebote.

Publikationen

Weiterführende Links

Artikel auf Greenpeace.de Lidl eine kleben.
Ratgeber zu Siegeln für den Einkauf
Das Thema Landwirtschaft bei Greenpeace

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