Das Klima und die Migration

Media

Eine Ausstellung auf der Beluga II in Münster auf seiner Tour durch

Münster, den 01.09.2017. Mit dem Motto Planet Earth First eröffnete das Greenpeace Schiff Beluga II seine Tour durch deutsche Hafenstädte. Thema ist dieses Jahr der Zusammenhang von Migration und Klimawandel, da dieser Zusammenhang in der Öffentlichkeit weniger diskutiert wird, als kriegerische Auseinandersetzungen oder ethnische bzw. religiöse Konflikte. So bot sich dem interessierten Publikum nicht nur die Gelegenheit ein Greenpeace Schiff aus nächster Nähe kennenzulernen, sondern durch den Vortrag des Kampaigners Fawad Durrani vieles über die Auswirkungen von Klimaveränderungen in Bezug auf Migration der betroffenen Bevölkerung sowie aus seinen persönlichen Erlebnissen als Vertriebener zu erfahren.

Auch wenn das Thema im Wahlkampf bisher nur eine Randrolle spielte: aufgrund der zunehmende Erwärmung des Klimas durch  Klimagase wie CO2 und Methan nehmen die Extremwettersituationen zu. So bleibt vielen Menschen kaum eine Alternative als die Heimat zu verlassen. In der Messe zeigt dies der afghanischen Campaiger anhand eines Globus eine Reihe von Beispielen. So war Durranis Heimat beispielsweise von intensiven Überflutungen betroffen, sodass seine Familie als er Kind war zu Flüchtlingen wurden. Die Medien berichteten schon früh von den beginnenden Spannungen in Syrien, die mit einfachen Demonstrationen begannen. Weniger bekannt ist, dass ihnen eine verheerende Dürre voran ging, die die Demonstrationen mit auslösten.

Die Besichtigung der Beluga beginnt am Heck, wo den interessierten Besuchern Antrieb, Kompass und Ruder erläutert werden. Auf der Brücke erfahren sie, dass die Kosten für den Bau der Beluga zu einem großen Teil aus dem Nachlass einer Dame stammen. Am Motor vorbei, welcher mit normalem Diesel und mit effektiven Staubfiltern betrieben wird, wenn die Segel nicht genutzt werden können, folgt der Ausstellungsraum in der Messe. Dieser ist mit Hilfe von Schiffscontainern erweiterbar. Ein Video dient als Einführung in das Thema. Ein mit Markierungen versehener Globus mit all den betroffenen Regionen weltweit zeigt die Ausmaße. Zu den betroffen Regionen zählen allein 21 Pazifikstaaten wie Kiribati, Tuvalu und Fidschi. Auch verheerende Stürme nehmen an Häufigkeit und Intensität deutlich zu. Traurige Berühmtheit erlangten die Stürme Andrew in den USA, Hayan vor vier Jahre auf den Philippinen, Harvey vor wenigen Tagen vor Texas und zuletzt Irma vor Florida.

Nach der Besichtigung konnten die Passanten ihren eigenen ökologische Fußabdruck ermitteln, indem sie einen Fragebogen ausfüllten und Kanzlerin Merkel auffordern endlich beim Klimaschutz Fakten zu schaffen. Beim TV Duell mit Schulz war dieses Thema nicht einmal eine Erwähnung wert. Der Ausstieg aus der darüber hinaus giftigen Kohleverstromung muss bis spätestens 2030, das Ende Diesel und Benzin betriebener Fahrzeuge muss bis spätestens 2025 besiegelt sein.

Denn sonst ist das Klimaziel einer maximal Erwärmung von 1,5 °C nicht erreichbar und der Klimawandel wird unumkehrbar unsere Welt für Jahrtausende verändern.
Am Ende haben gut 250 Personen an zwei Tagen die Beluga besucht und die Postkarte an Frau Merkel unterschrieben in unsere Postbox geworfen. Erfreulich vor allem das Interesse, welche sich in auch in regen Diskussionen im Bauch der Beluga und in der großen Nachfrage nach Broschüren und den Lehrermaterialien widerspiegelte. Es konnten auch neue Ehrenamtliche gewonnen werden.

 

Das können Sie selbst tun:
  • schalten Sie nicht benötigte Geräte aus: ein PC, ein Boiler, die Stereoanlage  oder ein Fernseher müssen nicht ununterbrochen laufen. So lassen sich gut bis zu 60% Energie sparen
  • achten Sie beim Neukauf auf Energieeffizienz: Notebooks und Klein-PCs verbrauchen erheblich weniger Strom als konventionelle Desktoprechner
  • Vermeiden Sie Standby, schalten Sie Geräten ganz aus: im Gegensatz zu den Angaben der Hersteller liegt der Standbyverbrauch teilweise bei 8 – 15 Watt.
  • Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum: Bei der landwirtschaftlichen Fleischproduktion werden große Mengen an CO2 und Methan ausgestossen.
  • Wechseln Sie zu einem Ökostromanbieter:
 
 Darauf sollten Sie beim Wechsel zu einem Ökostrom Anbieter achten:
  • Ein Anbieter von Ökostrom arbeitet nur mit Lieferanten, deren Geschäftspolitik nicht den energiepolitischen Zielen von Greenpeace e.V. widerspricht. 
  • Sie sind nicht beteiligt an der Braunkohle- und Atomindustrie.
  • Wenn Erdgas in KWK-Anlagen verwendet wird, darf dessen Anteil nur den Anteil der fEE („fluktuierende Erneuerbare Energien“, Sonne und Wind) am Strommix erreichen, 2015 also höchstens zehn Prozent.  
  • Bioenergie kann nur verwendet werden, wenn ihre Erzeugung nicht von Fehlentwicklungen auf dem Acker und in Ställen profitiert oder diese begünstigt. Im angehängten Dokument finden Sie mehr dazu.
 
Unsere Forderungen an die Politik und Wirtschaft:
  • Das Erarbeiten verbindlicher Ziele zur Senkung  des Ausstoßes von Treibhausgasen
  • Leisten von Kompensationszahlungen an die ärmsten Länder
  • Eine Umstellung des Energiesystems auf 100 % Erneuerbare bis 2050
  • Maßnahmen zur Steigerung  des Preises für CO2 Emissionszertifikate, Reform des ETS (Emissionszertifikatshandel)
  • mehr Anreiz zur Emissionseinsparung
  • Berücksichtigung aller Sektoren und Emissionen im ETS 
  • Entwicklung eines einheitlichen Regelwerkes für Energieeffizienz
  • Verabschiedung eines Kohleausstiegsgesetzes
  • Beschleunigter Ausstieg aus der Atomkraft
  • Der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien muss erhalten bleiben.
  • Die im EEG verankerte Ausbaugrenze für vergütungsfähige PV (Photovoltaik, Cap von derzeit 52GW) muss wegfallen.
  • Die mit dem Ausbaukorridor verbundenen Obergrenzen für den Zubau einzelner erneuerbaren Technologien müssen aufgehoben werden.
  • Optimierung, Umbau oder Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze


© Christian Weber