Antibiotika im Billigfleisch

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Münster, 22.08.2017 – Ein drei mal drei Meter großes Kotelett wird vor der Lidl-Filiale in der Friedrich-Ebert-Straße aufgestellt. Dazu kommt eine Schwarzlichtbox sowie umfangreiches Informationsmaterial. Sechs Wochen lang tourt Greenpeace durch 32 deutsche Städte, um vor Lidl-Filialen über die Billigpreispolitik beim Fleisch aufmerksam zu machen. Passanten können sich über die schädlichen Auswirkungen der Massentierhaltung informieren. Mit eigenen Augen überzeugen sie sich, dass in den Knochen von z.B. Nackenkoteletts Rückstände von Antibiotika unter der Schwarzlichtlampe sichtbar werden.

Der hohe Einsatz von rund 800 Tonnen Antibiotika in deutschen Tierställen ist mitverantwortlich , dass immer mehr Keime gegen gängige Antibiotika resistent sind. Allein in Europa sterben jährlich etwa 25000 Menschen an den Folgen resistenter Keime. Zudem verursacht industrielle Massenproduktion Tierleid und große Mengen an Gülle. Laut einem Rechtsgutachten, das Greenpeace in Auftrag gegeben hat, werden über 90 Prozent der Schweine in Deutschland rechtswidrig und nicht artgerecht gehalten. Die Gülle bedeutet eine hohe Nitratbelastung im Grundwasser, wobei Grenzwerte insbesondere im Münsterland regelmäßig überschritten werden.

Viele Passanten unterschreiben an diesem Tag in Münster eine Postkarte an Lidl und fordern damit Lidl auf, in Zukunft nur noch Fleisch aus tiergerechterer und umweltschonender Produktion zu verkaufen und die Herkunft der Fleischprodukte transparent zu machen. 

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